Magdeburg l „Ausdruck für ein versöhnliches Zusammenleben“ soll die Kunstaktion Engel der Kulturen sein. So beschreiben Carmen Dietrich und Gregor Merten aus Nordrhein-Westfalen ihr Projekt. Kreuz, Halbmond und Stern in einem meterhohen Stahlring stehen für Christen-, Judentum und Islam. Innerhalb der Symbole entsteht die Figur des Engels. Aus purem Zufall, wie Carmen Dietrich versichert: „Mit der Figur des Engels hätten wir als Künstler nicht gearbeitet.“ Doch weil der Engel in allen drei Religionen eine wesentliche Rolle spiele und ungefragt gekommen sei, arbeiten die Künstler weiter mit ihm.

Die 85 Kilogramm schwere Skulptur wird heute durch die Stadt gerollt – vom Theater über Moschee, Synagogenstandort und St. Sebastian bis hin zum Dom. Jeder kann dabei sein, wenn unterwegs Sandabdrücke vom Engel entstehen und anpacken, wenn mit starken Magneten die Skulptur wieder angehoben wird.

Vorm Eingang zum Remter haben die Künstler am Dienstag bereits den gegossenen Aluminumrahmen für eine Bodenintarsie einzementiert. Dort wird ein kleines Abbild der Skulptur heute eingelassen – sie kommt aus Eupen in Belgien. Ein neuer Stahlring wird im Anschluss mit dem Schneidbrenner gefertigt und am Freitag in Jena eingelassen.

Ein letzter Sandabdruck folgt am Donnerstag auf dem multikulturellen Fest der Begegnung der Polizei. Das beginnt um 11 Uhr am Petriförder – bei freiem Eintritt. Damit ist dann auch der Kirchentag auf dem Weg eröffnet. Vier Tage lang wird 500 Jahre Reformation gefeiert.

Wichtig für alle Radfahrer und Fußgänger: Ein Durchkommen auf der Elbseite des Schleinufers ist bis zum kommenden Dienstag nicht möglich. Und Autofahrer dürfen bis dahin mit maximal 30 Kilometern pro Stunde auf dem Schleinufer unterwegs sein.