Magdeburg l Zum achten Mal veranstaltet der Magdeburger Regionalverband des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) in Magdeburg seinen Fahrradaktionstag in der Landeshauptstadt. Die Organisatoren hoffen, dass am 23. Juni 2018 mindestens 1500 Radfahrer bei den Sternfahrten aus den Magdeburger Stadtteilen, der Demonstrationsrunde durch die Innenstadt und beim Familienfest neben der Stadthalle im Stadtpark dabei sind.

Es gehe darum, ein „Zeichen für nachhaltige Mobilitätspolitik“ zu setzen.

Sternfahrt zur Fahrraddemo in Magdeburg

Start ist um 10 Uhr an mehreren Punkten für die Sternfahrt. Alle acht Sternfahrttouren führen zur großen Fahrraddemonstration.

Die Demonstration beginnt mit einer kurzen Kundgebung, die gegen 11.10 Uhr auf der Seite der Stadthalle zum Adolf-Mittag-See hin startet. Es sprechen Schirmherrin Cornelia Lüddemann, Vorsitzende der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, zum Radverkehr im Land und zur Unterstützung der Kommunen, und ADFC-Landesvorsitzender Martin Hoffmann.

Fahrradtour über Magdeburger Ring

Die Tour im Anschluss führt durch die Magdeburger Innenstadt und über den Magdeburger Ring. In diesem Jahr wurde die Strecke im Vergleich zu den Vorjahren ein wenig verkürzt, um sie familienfreundlicher zu gestalten.

Von der Stadthalle geht es an diesem Tag über die Sternbrücke in Richtung Erich-Weinert-Straße, auf dem Magdeburger Ring von der Auffahrt Fuchsberg bis zur Abfahrt Liebknechtstraße, von dort durch Arndt- und Friesenstraße und dann über die Albert-Vater-Straße und die Walther-Rathenau-Straße durch den Tunnel Universitätsplatz und weiter durch die Weitling-, die Julius-Bremer- und die Otto-von-Guericke-Straße, von dort in die Ernst-Reuter-Allee und durch den Breiten Weg zurück in die südliche Altstadt und von dort über die Sternbrücke zur Stadthalle.

Behinderungen im Verkehr

Während der Fahrraddemonstration wird es zu kurzzeitigen Behinderungen des Autoverkehrs kommen.

Parallel zur Demo beginnt um 11 Uhr an der Stadthalle das Familienfest. Auch hier spielt – neben Spaß und Unterhaltung – das Fahrrad eine wichtige Rolle.

Magdeburg macht zu wenig für Radfahrer

Die Initiatoren des Aktionstags sehen in Magdeburg eine Reihe von Aufgaben, die noch zu erledigen sind. Jürgen Canehl, 2. Vorsitzender des Magdeburger ADFC, sagt: „Wir haben im Moment den Eindruck, dass für den Radverkehr in der Stadtverwaltung wenig bis gar nichts passiert. Trotz gutem Willen der Dezernenten ist offensichtlich, dass die personellen Kapazitäten und Finanzen der Verwaltung für Radverkehrsanlagen unzureichend sind.“ Verschärft werde das, weil die Priorität auf der Abwicklung der großen vor allem auf Autos ausgerichteten Verkehrsprojekte in der Landeshauptstadt liege.

Die Initiatoren fordern u. a. Investitionen von acht Euro pro Einwohner und Jahr in den Radverkehr. Ziel ist es, den Anteil des Radverkehrs an Wegen bis zu sieben Kilometern auf 40 Prozent zu steigern. „Eine Verbesserung würde letztlich allen, sogar den Magdeburgern, die ihre Wege mit dem Auto erledigen wollen oder müssen, nützen“, so Jürgen Canehl im Vorfeld des Aktionstages. Immerhin würde es bei weniger Autoverkehr auch weniger Staus geben.

Breite Fahrradwege gefordert

Eine bessere Radinfrastruktur beispielsweise in Form von ausreichend breiten Radfahrstreifen und -wegen soll einen Beitrag leisten, dass in Magdeburg keine Menschen mehr im Straßenverkehr sterben.

Immerhin gab es in den vergangenen Monaten einige Fortschritte in Sachen Abstellanlagen. Denn dank der Anlehnbügel ist es wesentlich einfacher, das Fahrrad beim Stopp in der Innenstadt sicher abzustellen. In diesem Sinne wurde auch die Stellplatzsatzung durch den Stadtrat Magdeburg verabschiedet, der erstmals Abstellmöglichkeiten für Fahrräder für Neubauten vorschreibt.