Magdeburg l Mal eben kurz an den Geldautomaten und Bargeld ziehen, doch kein ordentlicher Parkplatz für das eigene Auto in Sicht. Schnell entscheidet sich der ein oder andere Fahrer in Magdeburg dazu, das eigene Gefährt in zweiter Reihe abzustellen oder gar auf Fuß- bzw. Radwegen zu platzieren.

Kein Szenario, das der Seltenheit angehört und gerade in Magdeburgs Innenstadt ein alltägliches Bild. Das weckt nicht nur den Unmut anderer Verkehrsteilnehmer und Passanten. „Die Gefahr, dass Kinder zwischen den Autos, die unberechtigt parken, auftauchen ist hoch und auch für Radfahrer ergeben sich Situationen, denen sie so sonst nicht ausgesetzt wären“, sagt Magdeburgs ADFC-Vorstandsmitglied Norman Dreimann.

Fahrradclub unterstützt Aktion

Der ADFC ist ein großer Befürworter und Unterstützer der Aktion „Freie Wege“, der vom ökologischen Verkehrsclub VCD aus der Taufe gehoben wurde.

So finden die „Falschparker-Aktionswochen“ noch bis zum 3. Juni 2018 statt und rufen zur bundesweiten Teilnahme auf, Falschparker auf ihren Fehler aufmerksam zu machen. In dem online erhältlichen Manifest werden Teilnehmer dazu aufgerufen, die falsch parkenden Autos mit „sympathischen Denkzetteln zu verarzten“, Fotos von den Gefähren zu machen, die anschließend an einer zentralen Stelle gesammelt werden, oder schlicht beim Ordnungsamt anzuzeigen.

Autos per Hand umparken

Sei man mit einer Gruppe kräftiger Zeitgenossen unterwegs, so könne man das Hindernis anpacken und vom Fahrrad- oder Fußweg „umparken“. Dies sei ab einer gewissen Größe des Pkw schwer umzusetzen und im Hinblick auf eine mögliche Sachbeschädigung sei davon auch abzuraten, betont Dreimann.

Er sagt: „Entscheidend ist, dass mit dieser Aktion Aufmerksamkeit generiert wird, damit gefährliche Situationen gar nicht erst entstehen. Es muss darüber diskutiert und ein Bewusstsein gegen Falschparker geschaffen werden.“

Aktion soll Gesellschaft sensibilisieren

Dies sei auch das erklärte Ziel der Aktion, die in zwölf Städten stattfindet – darunter Berlin, Halle und Magdeburg. Die Gesellschaft solle sensibilisiert und die Entscheidungsträger für deutlich höhere Bußgelder für gefährliche Falschparker gewonnen werden.

Weiteres Ziel: die Anhebung der Bußgelder für das Zuparken anderer auf das europäische Durchschnittsniveau von 100 Euro. Aktuell zahlen Falschparker in Deutschland zwischen 15 und im Extremfall 70 Euro. Eine diesbezüglich im November 2014 eröffnete Petition konnte bis zur Beendigung im Februar 2015 rund 8000 Unterschriften sammeln.