Magdeburg l Es ist eine Entscheidung, die viele ganz bewusst treffen. Eine Entscheidung für die Gesundheit, für die Umwelt und für die Zukunft. Das Thema Nachhaltigkeit hat so ziemlich alle Lebensbereiche erreicht – von Mobilität und Mode über Ernährung und Energie bis hin zum Bauen und Sanieren.

Magdeburg mag gewiss nicht zu den Vorreiterstädten gehören, zeigt sich aber wissbegierig und willig. Repaircafés, Car-Sharing, Unverpackt-Läden und Kleidertauschbörsen – vieles, was für nachhaltiges Handeln steht, gibt es bereits. Ausbaufähig sei es aber allemal und nötig, weiß Anke Schulze-Fielitz. Die 53-Jährige leitet das Netzwerk Zukunft und ist einer der zahlreichen Köpfe, die hinter der langen Woche der Nachhaltigkeit stehen. Eine Aktion, die bereits im vergangenen Jahr deutlich über die Stadtgrenzen hinaus strahlte und auch in diesem Jahr landesweit Aktionen akquirieren konnte.

Kommerzielle Aktionen sind nicht gewünscht

Stattfinden wird die lange Woche der Nachhaltigkeit in der Zeit vom 25. Mai bis 10. Juni. Noch können sich Vereine, Privatpersonen oder Kommunen – alle, die sich für ein ökologisches, faires und friedliches Leben engagieren – anmelden. Voraussetzung sei, dass sich die Aktionen den globalen Nachhaltigkeitszielen zuordnen lassen und nicht kommerziell motiviert sind, erklärt Anke Schulze-Fielitz.

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Zahlreiche Aktionen – vom Harz bis in die Altmark – füllen schon jetzt den Kalender, der in diesem Jahr nur online zu finden ist. Auf ein Programmheft habe man dieses Mal verzichtet – zugunsten kurzfristiger Anmeldungen.

Die Aktionen sind so vielfältig wie ihre Akteure. Sie reichen von einer Diskussionsrunde zum klimaverträglichen Alltag (3. Juni, 18 Uhr im Café Central) über einen konsumkritischen Spaziergang durch die Altstadt (4. Juni, 16 Uhr auf dem Mensavorplatz) bis hin zu Nachhaltigkeit in der Modebranche (5. Juni, 19.30 Uhr, Breiter Weg 175) und Kennenlernen einer selbstverwalteten Lebensmittelkooperative (5. Juni, 19 Uhr im Thiembuktu).

Mitmachaktionen sind besonders beliebt

Besonders beliebt seien Mitmachaktionen und Workshops, weiß Anke Schulze-Fielitz. Damit kann die lange Woche der Nachhaltigkeit auch in diesem Jahr wieder punkten. So ist beispielsweise ein Workshop zur natürlichen Kosmetikherstellung geplant (7. Juni, 12 Uhr im interkulturellen Garten, Haldensleber Str. 6).

Stolz sind die Initiatoren der langen Woche der Nachhaltigkeit, dass sich ihr Anliegen mittlerweile landesweit ausgeweitet hat. Halle, Dessau, Wittenberg und selbst die Saale-Unstrut- und Elbe-Börde-Heide-Region beteiligen sich. So ist das Thema Nachhaltigkeit inzwischen über den studentischen Kreis gewachsen. Obgleich es in Magdeburg vorrangig Studenten sind, die sich mit dem Thema intensiver auseinandersetzen. „Wir wollen noch mehr Menschen erreichen“, wünscht sich Anke Schulze-Fielitz.

Seit 1998 lebt sie in Magdeburg. „Der Verein ist mein Beruf“, sagt sie. Landesweit tritt sie für nachhaltige Projekte ein. Natürlich geht die 53-Jährige mit bestem Beispiel voran. In einem kleinen Garten pflanzt sie so viel wie möglich selbst, beim Einkaufen achtet sie auf regionale Erzeuger und kurze Transportwege der Lebensmittel. Ein Auto hat sie nicht – sie nutzt Rad und Straßenbahn. Ist ein Auto tatsächlich unabdingbar, greift sie auf Car-Sharing-Anbieter zurück.

Welche Möglichkeiten es noch gibt, nachhaltig im Alltag zu agieren, wie es Anke Schulze-Fielitz macht, ist im Rahmen der langen Woche der Nachhaltigkeit zu erfahren. Infos sind online unter www.lange-woche-nachhaltigkeit.de abrufbar. Auch wer sich an der Aktionswoche beteiligen möchte, findet dort die Informationen zur Anmeldung.