Magdeburg l Die gute Nachricht vorneweg: Im zweiten Halbjahr hat es bislang in Magdeburg keine weiteren Funde des Asiatischen Laubholzbockkäfers (ALB) gegeben. Weder lebendige Tiere noch befallene Bäume wurden nach Angaben von Ursel Sperling von der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau (LLG) seit vergangenem Juni entdeckt.

Damals war bekannt geworden, dass in den ersten Monaten des Jahres 16 neue Wirtsbäume gefunden worden waren (Gesamtzahl 62). Diese standen am Nordostufer des Neustädter Sees sowie im Gewerbegebiet Nord an der Straße Zum Hansehafen. Die betroffenen Bäume wurden direkt gefällt und verbrannt.

Fällung hat begonnen

Die notwendigen Fällungen aller potenziellen Wirtsbäume im 100-Meter-Umkreis der Fundstellen haben mittlerweile begonnen.

„Die Fällzone um den Fundort im Gewerbegebiet Nord wird voraussichtlich bis zum Ende des Monats November abgeschlossen werden“, erklärt Ursel Sperling.

Die Fällzone am Neustädter See soll im kommenden Winter angegangen und bis März 2020 beendet werden. Wie viele Bäume auf das Fällkonto des aus Asien eingeschleppten Schädlings gehen, kann erst im Anschluss gesagt werden. Bislang schlagen dort gut 9500 Laubgehölze zu Buche, die seit dem ersten Fund im August 2014 vorsorglich gefällt wurden.

Mit Ferngläsern im Einsatz

Die Quarantänezone, die zur Bekämpfung des ALB im Nordosten der Stadt eingerichtet wurde, beläuft sich derzeit auf eine zusammenhängende Fläche von fast 6100 Hektar. In den Herbst- und Wintermonaten wird die Überwachung aller möglichen Wirtsbäume innerhalb dieses Gebiets fortgeführt, wie Ursel Sperling erläutert.

Mittels Ferngläsern werden gut 272.000 Bäume vom Boden aus nach Käfersymptomen abgesucht. Bei Baum-arten, die bekannt dafür sind, besonders häufig befallen zu werden, kommen zusätzlich Baumkletterer zum Einsatz.

Für dieses sogenannte Monitoring hat die LLG eine Kooperationsvereinbarung mit der Stadt Magdeburg abgeschlossen, die bereits seit 1. Juli gilt. Die Stadtverwaltung verpflichtet sich darin, die Landesanstalt im Kampf gegen den Käfer und bei der Umsetzung des entsprechenden EU-Beschlusses zu unterstützen. Dafür wird sie finanziell entschädigt.

Laubholz muss in der Zone bleiben

Ursel Sperling weist zudem erneut darauf hin, dass es absolut verboten ist, jegliches Laubholz aus der Quarantänezone herauszubringen. „Für Laubholzschnitt, der naturgemäß in den Wintermonaten wieder anfällt, steht für die Anwohner der Zone ein Container am Sammelplatz am Biopellet-Werk, Glindenberger Weg 15, zur kostenfreien Nutzung zur Verfügung“, erinnert sie. Die Nutzung der Wertstoffhöfe für Schnittholz aus der Quarantänezone ist nicht erlaubt.

Für Fragen und Verdachtsmeldungen stehen die Mitarbeiter der Landesanstalt per E-Mail an ALB@llg.mule.sachsen-anhalt.de oder unter Telefon 03471/33 42 53 zur Verfügung.