Magdeburg l Vor zwei Wochen noch setzte Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) auf die Vernunft der Menschen und sprach sich gegen eine Maskenpflicht im öffentlichen Raum und Bußgeld für Verweigerer aus. Jetzt ist damit Schluss. Ab Dienstag gilt in Magdeburg wegen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus eine Allgemeinverfügung. Diese sei formal notwendig, um Maskenverweigerer zur Kasse bitten zu können.

In der Verfügung erklärt Trümper, dass in Magdeburg der Inzidenz-Wert bei mehr als 35 pro 100.000 Einwohner liegt. Aktuell ist der Wert auf über 101 gestiegen. Überall dort im öffentlichen Raum, wo der Mindestabstand von 1,50 Meter nicht mehr eingehalten werden kann, gilt nun Maskenpflicht. Also beispielsweise auch an einer Haltestelle, wenn mehrere Menschen in einem Wartehäuschen Schutz vor Regen suchen, erklärte Trümper am Montag auf einer Pressekonferenz.

Wer keine Maske trägt, muss zahlen

Wer sich nicht an die Maskenpflicht hält und erwischt wird, muss derzeit mindestens 75 Euro zahlen. Wiederholungstäter sollen stärker zur Kasse gebeten werden, so Trümper. Allerdings stehe dem Ordnungsamt Magdeburg für das Ahnden der Ordnungswidrigkeit nicht mehr Personal zur Verfügung.

Trümper appelliert zudem, Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren. Inzwischen seien aus einer Geburtstagsfeier am 17. Oktober mit 120 Teilnehmern in Magdeburg 83 positiv auf das Coronavirus getestete Personen identifiziert worden. Darunter sind auch Kontaktpersonen von Infizierten. Trümper am Montag dazu: "Dies allein macht eine Inzidenz von 35 aus. Ohne die Party würden wir heute wohl einen Inzidenzwert von lediglich 65 haben. Das ist ein Drama. (...) Fest steht, dass ich ein solches Superspreader-Event in Magdeburg nicht noch einmal erleben möchte.“

Oberste Priorität in Magdeburg sei es, den Inzidenz-Wert wieder zu senken, so Amtsarzt Dr. Eike Hennig. Aktuell seien 16 Kitas, zwei Pflegeheime und sechs Schulen vom Coronavirus betroffen. In Kitas und Schulen sollen möglichst nur die betroffenen Klassen oder Gruppen in Quarantäne geschickt werden. Eine Übertragung des Coronavirus von Kind zu Kind sei bislang nicht beobachtet worden, so der Amtsarzt bei der Pressekonferenz.

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