Magdeburg l Als Harald Rohr am Sonntag mit seinen Anglerfreunden und Gewässerwart Sascha Jopp am Teich im Florapark in Magdeburg eintraf, bot sich ihnen ein schlimmes Bild. „Der Teich hatte nur noch zehn bis 15 Zentimeter Wasser. Die Fische guckten schon mit ihren Rückenflossen raus“, erzählte Harald Rohr, Geschäftsführer des Anglervereins.

Er war am Morgen von einer Anwohnerin angerufen worden, die ihm berichtet hatte, dass der Teich wenig Wasser habe und es den Fischen sichtbar schlecht gehe, so Rohr. Daraufhin rief er kurz entschlossen beim Ordnungsamt an, erreichte aber niemanden. Also kontaktierte er ein paar Anglerfreunde und gemeinsam rückten sie mit Ruderboot und Fischtransportbehälter von ihrem Stützpunkt in Salbke zum Florapark aus.

Fische in Elbe umgesetzt

Dort konnten die Fischfreunde mehrere Hechte, Schleien und Giebel retten, sowie einen 70 Zentimeter langen Schuppenkarpfen. Die Tiere wurden anschließend in die Elbe umgesetzt. „Aufgrund der Hechte gibt es keine kleinen Fische in dem Gewässer“, erläuterte Rohr.

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Für wenige Seebewohner kam trotz des schnellen Handelns jedoch jede Rettung zu spät. „Durch das wenige Wasser war kaum noch Sauerstoff da“, sagte Rohr.

Geleitet wurde der Einsatz von Sascha Jopp, der seit dem 27. April 2019 als neuer Gewässerwart im Einsatz ist. Seine Aufgaben sind vielfältig, Zustandskontrollen von Gewässern gehören ebenso dazu wie die Auswertung von Fangmeldungen.

Grund ist trockener Winter

Dass sein Einsatz notwendig wurde, lag nach Einschätzung von Harald Rohr nicht nur an den hohen Temperaturen der letzten Tage. „Ich denke, dieser See ist ein Regenrückhaltebecken“, vermutete Rohr. Er sei nach dem heißen Sommer 2018 bereits ausgetrocknet gewesen. Auch im Winter konnte sich der Teich nicht erholen, denn es regnete weiterhin wenig.

Harald Rohr hofft, dass im Sommer dieses Jahres nicht wieder die Temperaturen des vergangenen Jahres erreicht werden. „Letztes Jahr war sehr extrem. Wir waren an vielen Wochenenden im Einsatz“, erinnerte sich Rohr. Der Magdeburger Anglerverein bittet daher die Eigentümer kleinerer Gewässer darum, mehr auf diese zu achten, um Fischsterben zu verhindern.