Magdeburg l „Jetzt läuft‘s“, ruft Matthias Kabel, stellvertretender Vorsitzender des Magdeburger Anglervereins. Mit einem letzten Stoß mit der Schaufel löst sich ein großer Haufen Laub am Zufluss der Klinke in die Elbe und schwallartig ergießt sich das Wasser in den Fluss.

Fünf Tonnen Herbstlaub haben die Angelfreunde am 1. Dezember 2018 aus der Mündung geholt. An einer Betonsperre hatte sich das Wasser aber immer noch gestaut. Dank der Angler konnte es nun wieder abfließen. „Da steigt gleich der Elbpegel“, scherzte Kabel.

Schrott am Petriförder

Eigentlich ist der Landesbetrieb für Hochwasserschutz für die Pflege der Klinke zuständig, weil es sich um ein Gewässer 1. Ordnung handelt. Weil aber u. a. eine geschützte Art, der Weißflossengründling, darin vorkommt, „machen wir es einfach mit“, erklärt der Vereinsvize.

Es ist nicht der einzige Ort an diesem Sonnabend, an dem die Magdeburger Angler im Einsatz sind. An der Landzunge am Mückenwirt, wo die Fähre anlegt, sammeln sie Stahlteile, Reifen und anderen Unrat vom Ufer der Elbe ein. Auch am Petriförder sind einige Verbandsmitglieder aktiv.

Deponie in Kreuzhorst

Nach gut einer Stunde können Bernd Säuberlich, Christian Brandt, Udo Meißemann und Ingo Depil bereits einen beachtlichen Haufen Schrott und Müll vorweisen. Mehrere Einkaufswagen, ein Autoreifen und eine leere Flasche Obstler, in der noch die Himbeeren liegen, sind darunter.

Im Wissenschaftshafen sowie in der Kreuzhorst wurde ebenfalls gearbeitet, wo der Verband für den Placken und den Steinföhr zuständig ist, zwei schwer zugängliche Teiche im Wald. In dem Naturschutzgebiet war eine illegale Mülldeponie entdeckt worden, die nun abgetragen wurde. „Da lagen Bauschutt und Dachpappe“, sagt Matthias Kabel. Angelfreund Mirko Baumgarten fuhr den ganzen Schrott ab und brachte ihn schließlich zur Deponie Hängelsberge.