Magdeburg l Wochenendeinkäufer wird es freuen: Der Real-Markt im Florpark ist trotz einer Streikankündigung am Freitag, 13. Juli 2018, normal geöffnet. Allerdings berichten Mitarbeiter, dass eine Reihe von Mitarbeitern fehlten. Mutmaßlich beteiligen sie sich am Ausstand und sind nach Erfurt gefahren, wo eine zentrale Streikkundgebung stattfinden soll. Die Gewerkschaft Verdi hatte die Beschäftigten in mehreren Real-Märkten in Thüringen und Sachsen-Anhalt zum Streik aufgerufen. Betroffen seien u.a. die Märkte in Erfurt, Weimar, Gotha, Magdeburg und Blankenburg.

Zukunft sei völlig offen

„Tarifflucht und Lohndumping dürfen nicht zu einem akzeptierten Geschäftsmodell im Einzelhandel werden. Die rund 34.000 Kolleginnen und Kollegen brauchen Sicherheit für sich und ihre Familien", hatte Verdi-Fachbereichsleiter Jörg Lauenroth-Mago vor Beginn des Streiks gesagt. „Durch die Kündigung des Zukunftstarifvertrags ist die darin geregelte Standort- und Beschäftigungssicherheit ebenso weg, wie die Investitionszusagen in die Märkte. Stattdessen sind die Beschäftigten in eine Gesellschaft überführt worden, in der nun ein Tarifvertrag mit dem Verein DHV gilt, bei dem nach dem Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 26. Juni nicht einmal sicher ist, ob dieser überhaupt tariffähig ist. Somit ist die Zukunft der Beschäftigten bei Real völlig offen. Die Kolleginnen und Kollegen wollen aber wissen, wie es weitergeht und fordern das Unternehmen auf, wieder mit ver.di an den Verhandlungstisch zurückzukehren und sich für eine sichere Zukunft der Beschäftigten bei real einzusetzen", so Lauenroth-Mago weiter.

Schlechtere Bedingungen

Auch wenn für die Bestandsbeschäftigten noch der Verdi-Tarifvertrag gelte, würden neue Kollegen nach den deutlich schlechteren DHV-Regelungen entlohnt. Das bedeute mehr als 24 Prozent weniger Lohn und Gehalt sowie weniger Urlaubs- und Weihnachtsgeld, keine Spätarbeitszuschläge und Nachtarbeitszuschläge erst ab 22 Uhr. „Dies wollen die Kolleginnen und Kollegen nicht akzeptieren und werden ein deutliches Signal an die Metro senden", so Streikleiter Ronny Streich in Erfurt.