Magdeburg l Noch bis zum 20. Februar können alle Interessierten über den Publikumspreis entscheiden, der im Rahmen des alle drei Jahre stattfindenden Architekturpreises des Landes Sachsen-Anhalt vergeben wird. Aus Magdeburg hat es das Gemeindehaus in der Wallonerkirche in die Endrunde geschafft. Bauherr ist die Evangelisch-reformierte Gemeinde, der Entwurf stammt von der Steinblock Architekten GmbH aus Magdeburg.

Das Besondere an dem Gemeindehaus: Das moderne Gebäude wurde in das gotische Langhaus der Wallonerkirche eingebaut, deren Grundsteinlegung auf das Jahr 1285 zurückgeht, die zunächst als Klosterkirche des St.-Augustini-Ordens genutzt und deren Ruine ab 1689 den rund 2500 protestantischen Glaubensflüchtlingen aus Frankreich, der Pfalz und der Wallonie überlassen worden war. Nach schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg war die Kirche in den 1960er Jahren in einer vereinfachten Form wieder aufgebaut worden.

Bei dem Haus im Langhaus der Kirche handelt es sich um ein zweigeschossiges Gebäude. Im Erdgeschoss befindet sich der Gemeindesaal. Dieser verfügt über eine große Schiebetür, so dass er sich bei Bedarf ins Kirchenschiff öffnen lässt und auch für große Veranstaltungen genutzt werden kann.

Der Zugang zum Obergeschoss ist barrierefrei möglich. Dort ist neben dem Gemeindebüro, dem Pfarrbüro und einer Teeküche auch ein multifunktionaler Salon untergebracht.

Mit dem in die hochgotische Kirche integrierten Gemeindehaus ist auch das über Jahrzehnte geschlossene westliche Hauptportal wieder geöffnet worden. Bei dem Gemeindehaus handelt es sich um eine Stahlkon­struktion, die verkleidet worden ist. Die Haustechnik wurde in einem Nebengebäude außerhalb der Kirche untergebracht, das im Zuge des Bauvorhabens neu gebaut wurde.

Am Sonntag hatte die Jury auf einer Rundreise einige der 47 Objekte, für die eine Bewerbung um den Preis vorlag, besucht. Am Montag dann haben die Mitglieder der Jury sich auf die engere Wahl mit 13 Beiträgen geeinigt, aus welchen das Publikum jetzt auswählen kann.