Zeitplan für geplante Baumaßnahme

Laut Drucksache für den Stadtrat sieht so der Zeitplan aus:

2016: Abschluss der Notifizierung. Heißt: Anmelden von Subventionen bei der Europäischen Kommission

2017: Erlangung von Baurecht, Schließung des öffentlich-rechtlichen Vertrages zwischen der Landeshauptstadt Magdeburg und der MHG zur Durchführung des Vorhabens, Erstellen der Planungsunterlagen, Ausschreibung und Vergabe, Baubeginn der TP 1 (Fangedamm)

2018: Baubeginn der TP 2 und 3 (Kaianlagen, Sohlangleichung, Wirtschaftsweg)

2019: Ziehung des Trenndamms, Herrichten der Böschung und Fertigstellung des Gesamtprojektes

Magdeburg l Sollte alles durchgehen, dann ist der komplette Industriehafen bald unabhängig vom Wasserstand anfahrbar. Zusammen mit der Niedrigwasserschleuse (siehe Grafik) entstünde eine sprichwörtliche Hafen-Wanne, die ganzjährig an das europäische Kanalnetz angebunden wäre.

September im Stadtrat

Die Pläne liegen als Drucksache vor und sollen nach Beratung in den Ausschüssen im September-Stadtrat zur Abstimmung gestellt werden. Gibt der Stadtrat grünes Licht, gehen die Pläne unter anderen ans Wirtschafts-ministerium und an das Bundesverkehrs-ministerium und die Europäische Kommission, die das Vorhaben erst noch genehmigen muss. Mit einer Entscheidung wird Ende 2016 gerechnet.

Vorgesehen ist etwa eine Sanierung der Schrägufer. Mit dem Einbau einer Sohlsicherung und dem Herstellen einer Sollsohle, also dem Ausbaggern des Industriehafens, soll eine ganzjährige Schiffbarkeit möglich sein (Tiefgang: 2,80 Meter).

Großteil Fördermittel

Laut Beschlussvorlage kostet die komplette Baumaßnahme 39,77 Millionen Euro. Finanziert werden soll das über GRW-Fördermittel (Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur). In den Vorplanungen der Stadt wird mit einer 90-prozentigen Förderung kalkuliert. Die restlichen zehn Prozent der Summe soll die Magdeburger Hafen GmbH (MHG) tragen. „Sollte die Baumaßnahme umgesetzt werden, hoffen wir natürlich auch auf die Ansiedelung weiterer Firmen“, sagte Hafengeschäftsführer Karl-Heinz Ehrhardt der Volksstimme.

Insgesamt soll der Hafen auf einer Länge von zwei Kilometern ausgebaut werden. „Die Notwendigkeit des Ausbaus besteht darin, aufgrund des steigenden Bedarfs weiterhin die Hafendienste im erforderlichen Umfang erbringen zu können“, steht in der Drucksache. Heißt: Große Güterschiffe, die jetzt schon im oberen Teil des Hafens fahren können, sollen das auch bald im unteren Teil tun können. „Dadurch werden sich die Umschlagskapazitäten erweitern. Bereits die Deckung des derzeitigen Bedarfs ist durch die immer weiter zurückgehende Schiffbarkeit der Elbe durch Niedrigwasser, aber zum Teil auch Hochwasserspitzen gefährdet“, heißt es in der Vorlage.

Umschlagsvolumen steigt

Der Magdeburger Hafen konnte sein Umschlagsvolumen zuletzt steigern. Derzeit liegt es bei vier Millionen Tonnen (5,5 Millionen mit Hafenbahn) im Jahr. Damit ist Magdeburg der größte Binnenhafen Mitteldeutschlands und gehört zu den zehn größten Binnenhäfen in Deutschland überhaupt. Nach Hamburg ist es der zweitgrößte Binnenhafen im Einzugsgebiet der Elbe und an den Kanälen zwischen Hannover und Berlin.

Im Magdeburger Hafen werden trockene und flüssige Massengüter sowie Container und große Maschinen und Anlageteile umgeschlagen. Durch die Inbetriebnahme der Niedrigwasserschleuse 2013 sind Teile des Hafens, der Rothenseer Verbindungskanal, der Hansehafen, der Kanalhafen und der Zweigkanal bereits unabhängig vom Wasserstand der Elbe geworden. Die Anlage ist laut Stadt der einzige Binnenhafen an der Mittel- und Oberelbe, der diesen Vorteil nutzen kann.