Magdeburg l Jetzt wird es ernst für die elf neuen Auszubildenden des Klinikums in den Pfeifferschen Stiftungen in Magdeburg. Nach einem Monat Schule, in dem die angehenden Gesundheits- und Krankenpfleger viel theoretisches Wissen erlernten und an einer Puppe anwenden durften, sind die Azubis seit Montag auf Station unterwegs.

Der erste Kontakt zu Patienten ist hergestellt und erste Handgriffe aus der Zeit am Bildungszentrum für Gesundheitsberufe umgesetzt.

Ausbildung am Klinikum

Einer diese Handgriffe: Vitalzeichen prüfen. Eigentlich kein Problem für Sandra Berger, die ihre Ausbildung am Klinikum in den Pfeifferschen Stiftungen am 1. März 2018 startete. Doch an ihrem ersten Tag in der geriatrischen Station schaute sie Kollegin Franziska Jahn beim Messen von Blutdruck, Puls und Temperatur noch über die Schulter. Nun muss Sandra Berger aber selber ran und Franziska Jahn wird zuschauen und darauf achten, dass alle Handgriffe auch wirklich sitzen.

Franziska Jahn ist ebenfalls Auszubildende am Klinikum, allerdings im dritten Lehrjahr. Zusammen bilden die beiden 20-Jährigen ein Team des Projekts „Schüler für Schüler“, das am Klinikum in den Pfeifferschen Stiftungen seit mehreren Jahren durchführt wird.

Azubi aus drittem Lehrjahr hilft

In ihrer ersten Woche, in der die neuen Auszubildenden auf Station sind, steht ihnen ein Azubi aus dem dritten Lehrjahr zur Seite, der sie einarbeitet – und zwar auf Augenhöhe. „Selbst wenn ich manche Sachen dreimal nachfrage, ist mir Franziska nicht böse und mir selber die Fragerei nicht unangenehm“, sagt Sandra Berger. Schließlich betreut sie jetzt echte Patienten und nicht nur eine Puppe. Das sei doch etwas vollkommen anderes, findet Sandra Berger.

Die Entscheidung für eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin im Klinikum der Pfeifferschen Stiftungen traf Sandra Berger bewusst. „Während meiner Zeit bei der Bundeswehr im sozialen Bereich, kam mir die Idee. Ich informierte mich über den Job und da ich viel Positives über dieses Klinikum gehört hatte, habe ich mich beworben“, berichtet die 20-Jährige aus Cracau.

Stationsalltag gemeinsam bewältigen

Doch geht es in dem Projekt nicht nur darum, einen Blick auf die Versorgung der Patienten durch die neuen Auszubildenden zu werfen. Vielmehr helfen die „alten Hasen“ den neuen Kollegen dabei, sich zurechtzufinden. Denn wer weiß an seinem ersten Arbeitstag schon, wo welches Material zu finden ist? Diese Frage und wie der Stationsalltag insgesamt abläuft, sollen in dieser Woche geklärt werden. So gestaltet sich der Übergang von der Schule in die Arbeit auf der Station angenehm.

Doch nicht nur für die „Neuen“ bringt das Projekt Vorteile mit sich. Durch die Betreuung der Kollegin gibt Franziska Jahn ihre erworbenen Fähigkeiten nicht nur weiter, sondern kann diese selber auch nochmal unter Beweis stellen. „Das ist auch für mich im Hinblick auf meine Prüfung gut“, findet Franziska Jahn.

Erfahrene Mitarbeiter im Hintergrund

Das Projekt „Schüler für Schüler“ findet zweimal pro Jahr am Klinikum in den Pfeifferschen Stiftungen statt. Die erfahrenen Mitarbeiter halten sich dabei im Hintergrund, greifen aber bei Bedarf ein.

Zu erkennen sind die neuen Auszubildenden übrigens an ihrem Namensschild. Ein roter Punkt mit der Aufschrift M18 (für März 2018 als Angabe für den Start der Ausbildung) zeigt das im Rahmen eines Ampelsystems an. Entsprechend tragen die Auszubildenden im zweiten Lehrjahr einen gelben Punkt und Franziska Jahn als Azubi im dritten und somit letzten Lehrjahr einen grünen Punkt.