Magdeburg l Magdeburg als Reklame- und Ausstellungsstadt der Moderne ist noch bis zum 11. Dezember Thema in einer Ausstellung im Forum Gestaltung in der Brandenburger Straße 9 und 10. Am Dienstag ist dazu eine neue Publikation erschienen. Auf 128 Seiten wird deutlich, mit wie vielen Ideen in Magdeburg Grafiker, Architekten und weitere Künstler in den 1920er und frühen 1930er Jahren für einen Aufschwung gesorgt haben.

Kurator der Ausstellung ist Norbert Eisold. „Die Ausstellung zeigt das großartige Form- und Gestaltungsbewusstsein der Stadt in den zwanziger Jahren vornehmlich für den öffentlichen Raum und das Ausstellungswesen.“ Mit dem Nationalsozialismus wurde diese Entwicklung abgebrochen und nach dem Zweiten Weltkrieg nicht wieder dauerhaft aufgenommen. Norbert Pohlmann ist Geschäftsführer des Vereins Forum Gestaltung und sagt: „Man kann schon von einer Art Bilderstürmerei sprechen, wie damals mit der Kunst umgegangen wurde.“

Eintauchen in die Geschichte

In der Publikation zur Ausstellung werden zahlreiche Arbeiten und Fotos gezeigt. Daneben kann der Leser eintauchen in die Geschichte der Neuen Moderne in Magdeburg und erhält Informationen über eine Reihe der Protagonisten aus dieser Zeit aus den unterschiedlichsten künstlerischen Bereichen: Neben dem Hochbauamtschef Johannes Göderitz und Schulleiter Wilhelm Deffke geht es beispielsweise um den Reklamegestalter Walter Dexel und den Grafiker Hermann Eidenbenz. Herausgegeben wurde die Begleitpublikation vom Kurator und vom Geschäftsführer im Rahmen der Schriftenreihe „Bibliothek Forum Gestatung“. Neben diesen beiden haben Susanne Engelhard, Christoph Janik, Peter Kann, Sarah Klein, Patrick Rössler und Ruth Wöbkemeier Beiträge beigesteuert.

Bilder

Inzwischen hat das Forum wieder eine Reihe von Arbeiten von Meistern und Schülern der früheren Kunstgewerbeschule zusammengetragen. Eine Auswahl dieser und Leihgaben werden im Forum Gestaltung gezeigt. Norbert Pohlmann sagt: „Endlich ist es auch wieder möglich, die früheren Ausstellungsräume als solche zu nutzen.“ Neben einem Saal mit Nebenräumen im Erdgeschoss gehört dazu ein Flur und ein weiterer großer Raum im Obergeschoss. Nur noch eine Wand und ein fehlendes Oberlicht entsprechen nicht dem Originalzustand.

Unter der Überschrift „Große Pläne“ arbeitet das Land Sachsen-Anhalt mit einer Reihe von Ausstellungen und Veranstaltungen auf das Bauhausjubiläum hin. In Magdeburg läuft neben der Maramm im Forum Gestaltung derzeit auch die Ausstellung „Xanti Schawinsky. Vom Bauhaus in die Welt“ im Kunstmuseum im Kloster Unser Lieben Frauen und „Magdeburger Pilotenrakete, Himmelsstürmer, Visionäre, Erfinder“ im Technikmuseum. Ab 27. Oktober kommt die Ausstellung „Bunte Stadt – Neues Bauen. Die Baukunst von Carl Krayl“ im Kulturhistorischen Museum hinzu.