Magdeburg l Es war die Vernissage der aktuellen Ausstellung, während der Galerist Klaus Vogler dem Künstler Heinz-Joachim Olbricht von seinen gescheiterten Plänen erzählte, zum 70. Geburtstag am Fuße des Kilimandscharo stehen zu wollen. Corona kam dazwischen und zuletzt auch noch ein Nierenstein, der dem Galeristen zu schaffen machte und eine Operation notwendig. Dass er nun doch zu seinem Reiseziel kam, und das auch noch an einem Nierenstein lehnend, ist dem Künstler zu verdanken. Der hatte, inspiriert von Klaus Voglers Geschichte, den kulturbegeisterten Magdeburger nämlich kurzerhand auf Aquarellpapier gebracht.

Natürlich war die Freude bei Klaus Vogler groß. Und wenn es zum Geburtstag in der Wirklichkeit nur nach Aschersleben und nicht nach Afrika ging, so konnte er doch ein wenig davon träumen. „Ich habe immer zu meinen runden Geburtstagen etwas Besonderes gemacht“, erinnert sich Klaus Vogler.

Zum 30. Geburtstag habe er die Jugend zu Grabe getragen und selbst in einem Sarg gelegen, dabei wohnt dem 70-Jährigen doch selbst heute noch etwas Jugendlich-Schelmisches inne. Zum 40. Geburtstag erklomm Klaus Vogler den Kilimandscharo. Zum 60. Geburtstag erfüllte er sich den lange gehegten Traum von einer eigenen Galerie. Die zieht zu den Öffnungszeiten immer zahlreiches Publikum an, das sich von den Keramiken von Größen der DDR und neuen Malern oder Fotografen begeistern lässt.

Bilder

„Fast alle Künstler, die bei mir ausgestellt haben, hatten hier ihre erste Ausstellung“, erzählt Vogler stolz – der sich an der Freude der Erstlinge mindestens genauso freut, wie sie selbst über die Möglichkeit, ihre Bilder zu präsentieren. Und so zitiert er gern aus dem Brief einer jungen Malerin, mit der er eine Ausstellung plant: „Ich freue mich sehr, dass du eine Ausstellung mit meinen Bildern in Erwägung ziehst. Nein, ehrlich gesagt könnte ich überschnappen vor Freude und Aufregung.“

30 Ausstellungen sind noch nicht das Ende

Insgesamt 30 Sonderausstellungen mit 17 Vernissagen hat Klaus Vogler in den zehn Jahren seiner Galerie bis 2020 organisiert. Kurioses hat er während dieser Zeit auch erlebt – den Magdeburger Akt-Skandal etwa, an den er gern zurückdenkt. Als Unterstützer von Kunst und Kultur wurde er von Volksstimme-Lesern sogar zum Magdeburger des Jahres nominiert. Über die Jahre habe die Bedeutung des Gartens zugenommen – der schönste der Stadt, wie er meint. Und den pflegt er gern, hat er doch das Gärtnerhandwerk selbst einmal erlernt.

Am 3. April 2021 folgen dann die 31. und 32. Ausstellung mit „Wildes Deutschland“ von Christian Hütter aus Bergkamen und Keramik von Martin Möhwald aus Halle an der Saale. „Christian Hütter lernte ich auf einem Schiff auf dem Nil kennen“, erinnert sich Klaus Vogler. Und im Gespräch über einen Vogel, den Senegal- oder europäischen Triel, merkten sie gleich, dass sie Brüder im Geiste gewesen seien, wie Vogler sagt. Noch ehe sich Christian Hütter als Profi-Fotograf geoutet hatte, hatte Klaus Vogler ihm bereits den Antrag auf eine Ausstellung gemacht. Und wieder einmal wird es ein Debüt. Den Keramiker Martin Möhwald kennt Klaus Vogler bereits seit Jahrzehnten. Möhwald gehöre zu den Größten, wende die komplizierte Umdrucktechnik an. Schwierig sei für ihn, wenn er manchen Künstlern sagen müsse, dass die Kunst für die Galerie nichts sei.

Im August ist dann eine Ausstellung mit Georg Schwarzbach aus Bogen geplant. Mit dieser Ausstellung erfüllt sich Vogler selbst einen Wunsch. Er ist sowohl Maler als auch Galerist und langjähriger Weggfährte Voglers. Er wird sowohl Vitrinen als auch Wände füllen. Ab April 2022 soll dann Roswitha Weihermüller aus Dresden folgen mit Fayencen und Malerei, auch ein Herzenswunsch von Vogler selbst.

Im Blick hat Klaus Vogler nun aber erst mal die Finissage am 14.  März. In der Hoffnung, dass dann die Galerie wieder öffnen kann. Wenn nicht, wolle er aber zumindest den Garten öffnen, kündigt er an.