Magdeburg l Da nutzt auch die moderne Niederflurbahn nicht viel: An den Haltestellenanlagen um die Straßenbahnendhaltestelle Sudenburg in Magdeburg fehlen seit jeher Haltestelleninseln, um ein komfortables Umsteigen für die Fahrgäste abzusichern, es für Menschen mit Behinderung zum Teil auch erst zu ermöglichen. Folglich hat der Ausbau der Station auch beim Magdeburger Behindertenbeauftragten Hans-Peter Pischner höchste Priorität.

Die Stadtverwaltung hat jetzt zusammengetragen, wie die Perspektive für diesen wichtigen Knotenpunkt im Süden der Landeshauptstadt ist. Und selbst wenn es schon eine Entwurfsplanung ist: Die Perspektiven sind offenbar eher langfristiger Natur.

Zwei Inseln für die Bahn

Den Entwurfsplan haben die Magdeburger Verkehrsbetriebe erstellt. In diesem enthalten ist der barrierefreie Ausbau der Straßenbahnhaltestelle und der Bushaltestelle zwischen dem Schwenk der Straßenbahn ab Halberstädter Straße bis zur Einmündung der Strecke vom Kroatenweg in Richtung Innenstadt. Die Einmündung, Seitenbereiche und Fußgängerquerungen sollen auch neu erstellt werden. Anstelle der bisherigen Endhaltestelle ist in dem Plan eine Haltestelle mit zwei Haltestelleninseln in der für den Autoverkehr gesperrten Verbindung zwischen der Halberstädter Straße und der Astonstraße enthalten.

Die Kostenschätzung beläuft sich auf rund fünf Millionen Euro. Und die MVB haben das Vorhaben in ihre Investitionsliste für 2022 eingetragen.

Dass dies so kommt, ist allerdings eher unwahrscheinlich. Denn laut Stadtverwaltung ist zum einen nicht klar, wie diese fünf Millionen Euro parallel zu den laufenden Großprojekten finanziert werden sollen. Zudem heißt es in dem Papier aus der Verwaltung: „Eine Aktualisierung der Planung hinsichtlich Barrierefreiheit ist zwingend erforderlich.“

Gleisbau nach Ottersleben

Berücksichtigt werden müsste inzwischen auch der Wunsch, langfristig die Straßenbahnstrecke nach Ottersleben zu verlängern. Gegenwärtig wird durch das Stadtplanungsamt geprüft, inwieweit eine Aktualisierung der Planung ausreichend ist, oder eine vollständige Neuplanung erforderlich wird und wann die Maßnahme finanzierbar sowie umsetzbar wäre.

Abhängig vom Ergebnis müsse untersucht werden, ob kurzfristig ein provisorischer barrierefreier Ausbau der Haltstelle Kroatenweg sinnvoller wäre. Dies würde sich – so die Verwaltung – für einen Nutzugszeitraum von bis zu zehn Jahren vor dem endgültigen Ausbau der Wendeschleife samt Haltestellen lohnen. Denn statt wie erhofft mit 50.000 Euro, schlagen die Kosten an anderen beispielhaften Stellen – dem Westfriedhof und dem Neustädter Friedhof – mit bis zu 320.000 Euro erheblich stärker als erhofft zu Buche.

Genau im Blick hat die Entwicklung Oliver Müller, der für Die Linke auch im neuen Stadtrat sitz. Nach Bekanntwerden der Informationen hat er sich bei der Volksstimme gemeldet und sagt: „Seit 15 Jahren sitze ich im Stadtrat und mindestens seitdem ist die Barrierefreiheit an dieser Stelle Thema.“ Es sei völlig unverständlich, dass in all den Jahren angesichts der Bedeutung der Station als Umsteigepunkt trotz entsprechender Impulse aus dem Rat noch nicht viel passiert ist. „Und jetzt sollen weitere Jahre vergehen“, ist der Sudenburger über die fehlenden Perspektiven empört.

Wichtiger Umsteigepunkt

Der Knoten Halberstädter Straße/ Kroatenweg/ Braunlager Straße ist von besonderer Bedeutung, da sich hier die Straßenbahnlinie 10 mit den Bussen der Linien 53, 54, 55 57, 58 und 61 trifft und damit ein wichtiger Umsteigepunkt in viele Stadtteile ist.