Magdeburg l Ab dem 12. März 2020 kann es im Bereich der Sandtorstraße in Magdeburg zu Verkehrseinschränkungen kommen. Die Städtischen Werke Magdeburg (SWM) sondieren dort Kabeltrassen, die unterhalb der Fahrbahn verlaufen. Die Maßnahme ist Vorbote eines umfangreichen Bauprojekts der SWM und der Netze Magdeburg GmbH, das demnächst begonnen wird.

Denn das alte Umspannwerk an der Sandtorstraße soll durch einen modernen Neubau ersetzt werden, wie der Energieversorger jetzt informiert hat. Konkret geht es um die Erneuerung der 110-Kilovolt-Schaltanlage. Das alte Gebäude einschließlich der Schaltanlage war in den Jahren 1980/81 aus Betonfertigteilen errichtetet worden. „Es ist nun in einem technisch verschlissenen Zustand“, teilt SWM-Sprecherin Cornelia Kolberg mit. Eine Sanierung des Altbaus im laufenden Betrieb sei wirtschaftlich nicht vertretbar gewesen, so dass als Alternative nur ein Neubau in Betracht kam.

Aufgrund der exponierten Lage war es der Wunsch der SWM, dass die äußere Ansicht des Schaltanlagengebäudes in das dortige Stadtbild passt. Darum war ein Gestaltungswettbewerb durchgeführt worden, bei dem die Außenfassade architektonisch gestaltet werden sollte. Der Entwurf des Architekten Alexander Schlee von der Meta Architektur GmbH überzeugte dabei.

Zwei Drittel kleiner

Das neue Schaltanlagengebäude sei nur ein Drittel so groß wie das alte Gebäude. „Das ist möglich durch den Einsatz von moderner gasisolierter Technik“, erklärt die SWM-Sprecherin.

Das Umspannwerk Sandtorstraße ist einer der zwei Einspeisepunkte für die Stromversorgung in Magdeburg aus dem vorgelagerten Höchstspannungsnetz aus dem Umspannwerk Wolmirstedt. Der zweite befindet sich an der Diesdorfer Wuhne. „Es ist ein sehr wichtiger Netzknoten für die sichere Versorgung der Landeshauptstadt“, verdeutlicht Cornelia Kolberg die Bedeutung.

Neben der Errichtung des neuen Gebäudes mit der Schaltanlage sind umfangreiche Neuanbindungen der 110-Kilovolt-Kabel notwendig. Dafür werden derzeit die Untersuchungen durchgeführt und mit Bohrspülungen und Leerrohrtrassen weitestgehend vorbereitet. Ende März sollen dann die Tiefbauarbeiten für den Neubau beginnen. Im vierten Quartal dieses Jahres wird die neue Schaltanlage geliefert. Bis Jahresende soll das Anlagengebäude fertiggestellt sein.

Altbau wird abgerissen

Im Frühjahr 2021 soll die neue Schaltanlage in Betrieb genommen werden. Bis Ende des Jahres sollen dann alle Kabelsysteme angeschlossen sein. Einschränkungen in der Stromversorgung soll es planmäßig nicht geben. Im Anschluss wird die alte Anlage abgeschaltet und der Altbau abgerissen. Insgesamt investieren die SWM sieben Millionen Euro in die Baumaßnahme, wie Cornelia Kolberg auf Anfrage erklärt.

Für die aktuelle Tagesbaustelle wird eine Spur von 8 bis 15 Uhr gesperrt. Diese Arbeiten sollen bis 23. März andauern.