Magdeburg l Im Magdeburger Stadtteil Alt-Olvenstedt gibt es Pläne für den Bau eines Supermarktes. Wann Baustart sein könnte und was es für weitere Pläne im ehemaligen Bördedorf gibt, berichtet der Sprecher der Gemeinwesenarbeitsgruppe (GWA) Alt-Olvenstedt Florian Philipp.

Volksstimme: Herr Philipp, welches ist das wichtigste Anliegen, dass die GWA Alt-Olvenstedt im Jahr 2020 verfolgen wird? Der Bau des langersehnten Nahversorgers, der seit Jahren von der Bürgergruppe unterstützt wird, steht ja in den Startlöchern.

Florian Philipp: Das Projekt „Nahversorger“ lässt uns trotzdem nicht los. Der erste Spatenstich ist noch nicht gemacht. Derzeit arbeiten die Städtischen Werke Magdeburg (SWM) immer noch an einer Hauptgasleitung auf dem Grundstück an der Ecke Birkenallee/Sankt-Josef-Straße. Ansonsten wird uns in diesem Jahr – wie auch im vergangenen Jahr – der Zustand der Infrastruktur beschäftigen. Die Geh- und Radwege sind teilweise in einem schlechten Zustand. Einen durchgehenden verkehrssicheren Radweg an der Helmstedter Chaussee gibt es zum Beispiel nicht einmal. Des Weiteren fehlt im Stadtteil ein Jugendklub. Dieser muss unbedingt wieder im Bürgerhaus an der Poststraße integriert werden. Und noch einmal zum Nahversorger: Der hat noch keine eigene Bushaltestelle. Das sollten wir in den kommenden Monaten unbedingt anschieben.

Die Gemeinwesenarbeitsgruppe begleitet die Entwicklung im früheren Bördedorf. Wie ist der Stadtteil aus Ihrer Sicht aufgestellt?

Wir befinden uns im 30. Jahr der Wiedervereinigung. Wenn man sich Bilder von 1989 ansieht und mit der heutigen Situation vergleicht, kann man eigentlich nur ein positives Resümee ziehen und stolz auf die Entwicklung sein. Alt-Olvenstedt ist grundsätzlich gut aufgestellt! Das hat natürlich nicht allein die GWA zu verantworten. Der Stadtteil hat viele kulturelle Kerne wie zum Beispiel die Kulturscheune oder den Förderverein der Sankt-Laurentius-Kirche. Der Fußballklub Germania feiert dieses Jahr 100-jähriges Bestehen und die Freiwillige Feuerwehr Olvenstedt bietet nicht nur Schutz, sondern vieles für Jung und Alt. Man könnte sagen: Alt-Olvenstedt ist ein Hochkulturdorf mit angeschlossener Stadt.

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Und wo sehen Sie noch Nachhol- beziehungsweise Verbesserungsbedarf?

Nachdem das Thema „Nahversorgung“ hoffentlich abgeschlossen ist, die Instandhaltung und Weiterentwicklung der Verkehrsinfrastruktur.

Worüber ärgern Sie sich, wenn Sie aus dem Haus treten – welche Herausforderungen gilt es im Stadtteil zu meistern?

Wenn ich durch Alt-Olvenstedt gehe, ärgern mich die sogenannten Schrottimmobilien am meisten. Das sind unbewohnte oder zum Teil nicht vollständig genutzte Häuser. Einige sind in einem sehr schlechten Zustand. Hier konnten wir in den vergangenen Jahren nur wenig erreichen.

Worin liegt der Mehrwert, bei der Gemeinwesenarbeitsgruppe mitzuwirken?

Die GWA lebt von der Beteiligung der Bürger und ist Sprachrohr des Stadtteils in die Stadtverwaltung und im Stadtrat. Es ist der Platz, um zusammenzukommen, sich über Probleme auszutauschen und diese zu lösen, und um neue Ideen einzubringen. Wer sich in der Bürgergruppe engagiert, hat die Möglichkeit, die Entwicklung seines Stadtteils mittelbar zu beeinflussen. Darüber hinaus sind wir aber auch eine gesellige Truppe, in der jede und jeder willkommen ist.

Und wie können auch jüngere Bewohner erreicht werden, sich mit einzubringen?

Die jungen Bewohner müssten erst einmal wissen, dass es uns überhaupt gibt und was eine GWA überhaupt ist. Das ist im Übrigen nicht nur bei der jungen Generation so. Viele ältere Bewohner fragen mich oft genauso, was denn eine GWA überhaupt macht. Hier müssen wir wahrnehmbarer werden.

Die nächste Möglichkeit dazu besteht am 27. Januar 2020. Um 17 Uhr trifft sich die Gemeinwesenarbeitsgruppe im Bürgerhaus erstmals in diesem Jahr.