Magdeburg l Anfang März hatte die Volksstimme erstmals über das neue Großbauprojekt im Wissenschaftshafen in Magdeburg berichtet. Zwischen Elbufer und Hafenbecken sollen ein Gebäuderiegel mit gewerblich-wissenschaftlicher Nutzung sowie sieben Stadthäuser mit 129 Wohnungen entstehen. Eine eigens gegründete Projektgesellschaft des Unternehmens Agromex will das Vorhaben umsetzen.

Den ersten wichtigen Schritt in Richtung Baustart soll der Stadtrat nach seiner Sommerpause in der September-Sitzung beschließen. Dann steht das Satzungsverfahren für den Bebauungsplan auf der Tagesordnung. Dieses soll auf Antrag des Investors beschleunigt durchgeführt werden, um so schnell wie möglich mit der Umsetzung des Vorhabens beginnen zu können. Aus Sicht der Stadtverwaltung spricht auch nichts dagegen, wie aus der Beschlussvorlage hervorgeht. Eine Umweltprüfung sei in diesem Fall nicht notwendig, da nur bestehendes Baurecht angepasst wird.

Bestes Angebot gemacht

Agromex hatte das gut 15.500 Quadratmeter große Grundstück zwischen Sarajevo-Ufer und Werner-Heisenberg-Straße Ende 2019 von der Stadt erworben. Diese hatte das Areal zuvor mehrfach ausgeschrieben. Am Ende hatte das Unternehmen den höchsten Kaufpreis geboten.

Neben Büros, Dienstleistungsanbietern und Forschungslaboren soll nach den Vorstellungen des Bauherrn auch eine Kindertageseinrichtung in das Erdgeschoss des Gewerbekomplexes einziehen. Dieser ist entlang des Hafenbeckens geplant. Außerdem könnten dort auch Co-Working-Räume oder Beherbergungsmöglichkeiten entstehen. Südlich angrenzend wird ein Parkhaus mit 226 Pkw-Stellplätzen sowie 175 Fahrradabstellplätzen errichtet.

Die entlang des Elbufers geplanten Wohnhäuser werden eine durchgehende Tiefgarage erhalten, die Erschließung soll nur durch eine Spielstraße für Berechtigte erfolgen. Die Erdgeschosswohnungen werden erhöht angelegt, so dass der Hochwasserschutz gewährleistet sei, teilt das zuständige Planerbüro Hascher Jehle mit. Die historischen Gleise der Hafenbahn zwischen beiden Komplexen sollen erhalten bleiben.

Bauzeit von drei Jahren

Wann das Bauprojekt umgesetzt werden kann, sei von der Dauer des Genehmigungsverfahrens abhängig, wie das Unternehmen bereits im März mitgeteilt hatte. Die reine Bauzeit soll dann aber gut drei Jahre betragen.

Bei den Plänen habe man sich am geltenden „Masterplan Wissenschaftshafen“ orientiert. Diesen hatte die Stadt vor bald zehn Jahren aufgestellt, um die Entwicklung des ehemaligen Handelshafens in städtebaulich geordnete Bahnen zu lenken. Danach sollten die Flächen und Gebäude vor allem für Forschungszwecke genutzt werden. Darüber hinaus ist aber auch die Schaffung von Wohnraum ausdrücklich erwünscht – wie bei der geplanten Sanierung der Reichseinheitsspeicher oder eben dem „Heisenberg Campus“.