Magdeburg l Über drei satte Kostensteigerungen soll der Magdeburger Stadtrat bei der Sanierung von drei Schulen in Magdeburg entscheiden. Es geht um insgesamt 6,56 Millionen Euro, die auf die bereits eingeplanten Millionenbeträge aufgeschlagen werden müssen. Im Einzelnen geht es um 1,65 Millionen Euro für den Ausbau des Schulgebäudes samt Sporthalle an der Bodestraße in Lemsdorf zu einem neuen Berufsschulstandort, um 3,035 Millionen Euro für den Ausbau des Schulkomplexes am Lorenzweg für das Edithagymnasium und um 1,875 Millionen Euro für die Grundschule Diesdorf.

Insgesamt kostet die Stadt der Ausbau der drei Schulen statt wie geplant 29,27 jetzt 35,83 Millionen Euro. Das entspricht einem Preisanstieg um mehr als 22,4 Prozent.

Marktlage, Preisindex und Entsorgung

Für den Betrieb und den Bau von städtischen Gebäuden zuständig ist der städtische Eigenbetrieb Kommunales Gebäudemanagement (KGM). Dieser nennt einen entscheidenden Grund für die Preisexplosion bei den drei Schulbauprojekten: die Zeit. Denn vier Jahre hat es gedauert vom Beginn der Planungen bis zum Baubeginn. In dieser Zeit habe es enorme Kostensteigerungen gegeben. Der Eigenbetrieb verweist auf den Anstieg des Baupreisindexes in dieser Zeit bereits um etwa 15 Prozent.

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Hinzu komme „die bekannte aktuelle Marktlage, welche bei Ausschreibung von Bauleistungen zu wenigen und erhöhten Angeboten führt“. Im Fall der Berufsschule hatte es so beispielsweise für den Rohbau gerade einmal ein Angebot gegeben. Und auch die Wiederholung von Ausschreibungsverfahren bringt offenbar nichts: Für den Aufzug in der Berufsschule hatte es bei der Wiederholung nur noch höhere Angebote gegeben.

Kostentreiber per Gesetz

Weitere Kostentreiber sieht der Eigenbetrieb u. a. in neuen Vorgaben, die zwischenzeitlich in Kraft gesetzt wurden. Dabei geht es zum einen um die Einführung einer Schulbau-Richtlinie. Zum anderen geht es um neue Regelungen beim Entsorgen und Deponieren von Bodenaushub und Dachpappen: Die Abfälle auf dem Bau sind inzwischen sorgfältig bereits auf der Baustelle zu entsorgen, zudem sind auch Deponiepreise in den vergangenen Jahren gestiegen. Vor entsprechenden Entwicklungen hatte unter anderem die Handwerkskammer Magdeburg bei der Einführung des neuen Gesetzes gewarnt.

Ob die aktuelle Preissteigerung das Ende der Fahnenstange ist, ist unklar. Der aktuelle Kostenansatz beruhe auf dem derzeitigen Erkenntnisstand unter der Voraussetzung eines weiteren ungestörten Bauablaufes, so der Eigenbetrieb.

Bevor der Stadtrat über die Freigabe am 17. Oktober entscheidet, berät zunächst der Finanzausschuss über das Thema. Dieses steht dort für den 12. Oktober auf der Tagesordnung.