Sperrung

Bauzaun vor historischer Treppenanlage am Adolf-Mittag-See in Magdeburg

Ein Blick durch den provisorischen Absperrzaun trübt die Freude am Adolf-Mittag-See in Magdeburg. Die historische Treppenanlage ist unterspült und muss saniert werden.

Von Jana Heute
Die letzten Treppenstufen hinunter zum Adolf-Mittag-See in Magdeburg sind  gesperrt.  Die Enten lassen sich von der Absperrung nicht beeindrucken.
Die letzten Treppenstufen hinunter zum Adolf-Mittag-See in Magdeburg sind gesperrt. Die Enten lassen sich von der Absperrung nicht beeindrucken. Foto Jana Heute

Magdeburg - Die Terrassen am Le Frog sind seit jeher beliebter Anlaufpunkt beim Besuch im Stadtpark Magdeburg. Doch seit geraumer Zeit sind die letzten Treppenstufen hinunter zum See samt Steg mit einem wenig ansehnlichen Bauzaun abgesperrt. Nur dem kleinen Federvieh ist’s egal. Enten und Co. pausieren und sonnen sich zu Füßen der Treppenstufen, auf die Besucher nur durch das Gitter blicken können.

„Das ist schade. Gerade an dieser zentralen Stelle im Stadtpark. Soll das ein Dauerzustand sein?, fragt unser Leser Norbert Dolge. Das nicht, macht die Stadtverwaltung auf Nachfrage deutlich, aber: Es gibt Probleme mit der Standsicherheit und solange das so ist, sei die Verkehrssicherheit gefährdet. Vor der Sanierung des Adolf-Mittag-Sees 2019 wurden Mängel an der historischen Treppe am westlichen Ufer des Sees festgestellt, erklärt Stadtsprecherin Kerstin Kinszorra. Trockenheit und der gesunkene Pegel des Sees hatten die Mängel zu Tage gefördert. „Im Zuge einer statisch-konstruktiven Begutachtung wurde die mangelnde Standsicherheit bestätigt. Daraufhin wurde die Treppe durch einen Bauzaun gesichert“, erinnert Kinszorra.

Schwankende Pegel begünstigen Verfall

Die Unterspülung der Treppe werde nun durch schnell steigende und fallende Pegel, wie sie im Zuge von Hochwasser oder anhaltender Trockenheit entstünden, begünstigt. Das Trockenfallen der Treppengründung habe außerdem dazu geführt, dass der Kolkschutz, der ein Unterspülen verhindern sollte, vermoderte.

Derzeit, so die Sprecherin, sei ein spezialisiertes Planungsbüro damit beauftragt, ein Sanierungskonzept und damit verbunden eine Kostenschätzung zu erarbeiten. „Auf Basis dieses Konzepts sollen die Belange der Verkehrssicherheit mit den Anforderungen des Denkmalschutzes in Einklang gebracht werden“, sagt Kerstin Kinszorra. Immerhin gehöre die Treppenanlage am Ufer des Adolf-Mittag-Sees zum historisch erhaltenswerten Ensemble. Dieses soll eine Verbindung zwischen dem 1908 aus der Tauben Elbe entwickelten Adolf-Mittag-See einschließlich der Marieninsel und dem in den 1920er Jahren entstandenen Ausstellungsgelände rund um die Stadthalle schaffen.

Konzept für Sanierung muss vorliegen

Einen Zeitpunkt für die Sanierung der Treppe nannte die Stadt noch nicht. Erst müsse das Konzept vorliegen und klar sein, wie umfänglich die Arbeiten aussehen. Klingt ganz so, als müssten die Parkbesucher wohl noch eine Weile mit dem Bauzaun leben.