Magdeburg l Viele Wege führen durch den Stadtpark Magdeburg. Einige davon sind beleuchtet – wie der Kleine Stadtmarsch, der Heinrich-Heine-Weg oder die Straße Am Winterhafen. Auf anderen Pfaden bleibt es nach Sonnenuntergang hingegen zappenduster.

Gerade jetzt, da die Tage immer kürzer werden, bekommen das Radfahrer und Spaziergänger wieder deutlich zu spüren. Nicht nur die Sicht, auch das Sicherheitsgefühl leidet.

Beliebte Wege im Stadtpark beleuchten

Besonders beliebt, aber auch den größten Nachholbedarf gibt es auf der Querverbindung durch den Park vom West- zum Ostteil der Stadt Magdeburg und umgekehrt. Der Weg über die Sternbrücke durch den Rotehornpark über die Wasserfallbrücke nach Cracau gehört mit zu den meistbefahrenen. Gerade hier muss sich etwas tun. Das hat der Stadtrat längst erkannt und der Verwaltung Hausaufgaben in Sachen Beleuchtung aufgegeben.

Nur ein kleiner Teil ist inzwischen umgesetzt. Bereits Ende 2017 wurde die Beleuchtungslücke am Elberadweg im Bereich der Querung der Tauben Elbe mit dem Einbau von sechs Leuchten geschlossen. Sie stammen allerdings aus dem Altlagerbestand der Stadt und haben mit dem neuen Beleuchtungskonzept noch nichts zu tun, räumt die Stadt Magdeburg auf Nachfrage ein.

Konzept für Stadtpark liegt vor

Das neue Gesamtkonzept liegt in Grundzügen zwar auf dem Tisch, wartet aber noch auf Umsetzung. Der Stadtrat hatte hier mehrere Prämissen mit auf den Weg gegeben: Neben dem erwähnten Lückenschluss auf dem Elberadweg sollten beliebte und bevorzugte Wege wie gerade zwischen Sternbrücke und Brücke Am Wasserfall gut ausgeschildert und vor allem energieeffizient beleuchtet werden. Das wird im vorliegenden Wegekonzept offenbar berücksichtigt.

In der jüngsten Stadtratssitzung erstattete der zuständige Beigeordnete Dieter Scheidemann Bericht. Eine Karte zeigt, wo künftig vorhandene alte Lampen durch moderne LED ausgetauscht werden sollen und wo Wege neu beleuchtet werden könnten.

Eigenes Konzept für Stadthallenareal

Dabei wurde das Stadthallenareal ausgeklammert, da es wegen der geplanten Hallensanierung inklusive eines eigenen Beleuchtungskonzepts separat betrachtet wird. Für das Parkbeleuchtungskonzept hat die Stadt die Wege zwischen den Eingängen Am Winterhafen, Kleiner Stadtmarsch, Brücke am Wasserfall, Fähre, Sternbrücke und Hubbrücke im Blick.

Auch der Elberadweg steht auf der Liste. „Von einer weiteren Beleuchtung von Wegen wird aus Gründen des Natur- und Umweltschutzes abgeraten“, erklärte Scheidemann.

Eingriff in sensible Natur

Der Stadtpark ist sogenanntes FFH-Gebiet, also ein besonders geschütztes Fauna-Flora-Habitat. Da auch eine neue Beleuchtung als Eingriff in den sensiblen Naturraum gewertet wird, ist dafür eine FFH-Prüfung nötig. Deshalb seien die Möglichkeiten für die Ausleuchtung der Wege im Stadtpark auch begrenzt. Nur auf den wichtigsten Verbindungen soll es künftig heißen: „Spot an!“

Im Blick haben die Planer dafür energieeffiziente LED-Leuchten mit intelligenter Steuerung. Für die Straßen wurden Mastleuchten und für die Beleuchtung der Fuß-/Radwege Stelen ausgewählt. LED-Leuchten mit intelligenter Steuerung haben einen Bewegungsmelder. Zudem kommunizieren diese untereinander, wenn ein Fußgänger oder Radfahrer erkannt wird, und sind mit einem spezifischen Dimmprofil programmiert.

Licht auch für Wildschweine

Kleines Kuriosum am Rande: Schön hell wird es auf den Wegen dank Bewegungsmelder dann auch regelmäßig für Reh, Wildschwein & Co. Der Bewegungsmelder bei diesen Leuchten reagiert auch bei größeren Tieren, räumt die Stadt ein.

Doch bis Mensch und Tier etwas von der schönen neuen Beleuchtung im Stadtpark haben, dauert es noch. „Wir stehen dabei erst am Anfang“, bremst Rathaussprecher Michael Reif allzu große Erwartungen auf eine schnelle Umsetzung. Denn: Die Detailplanung steht noch aus. Sie soll 2019 erfolgen. Und auch Kosten und Finanzierung sind noch zu klären. Bis 2021 kann es also noch dauern, bis dem Stadtpark ein (modernes) Licht aufgeht.