Magdeburg l Dass die Magdeburger Hubbrücke ein beliebtes Ziel ist, um gemütlich zu sitzen oder die warmen Abendstunden zu genießen, ist allgemein bekannt. In ruhiger Atmosphäre gemeinsam den Tag ausklingen lassen und den einmaligen Blick über die Elbuferpromenade schweifen lassen.

Die „Bevölkerung“ einer der ältesten Brücken Magdeburgs geht jedoch auch mit regelmäßigem Vandalismus einher. Speziell die beschrifteten Dielen leiden unter dem Eifer zumeist jugendlicher Menschen. Beweisen kann man dies im Nachhinein in den seltensten Fällen.

Spuren von Vandalismus an Brücke

„Die Hubbrücke wird leider sehr stark von Jugendlichen missbraucht, die viel anrichten“, erzählt Brückenbesitzer Rolf Onnen auf Nachfrage der Volksstimme. „Ich gehe mindestens einmal in der Woche über die Brücke und finde dabei Spuren von Vandalismus.“

Dass gerade in den sommerlichen Monaten junge Menschen einen bequemen Platz auf Onnens Brücke suchen, störe ihn nicht, traurig allerdings sei, dass diese häufig als Ziel für Mutproben und Dummheiten genutzt werde. „Ich war ja einmal selber jung“, so Onnen, „und habe selber Blödsinn gemacht. Aber wir haben uns danach für diesen Blödsinn entschuldigt, wir waren disziplinierter als diese Vollidioten.“

Einst wurde das Kunstwerk zerstört

Der Ärger Onnens gegenüber den Vandalen fußt auf eine lange währende Geschichte von Zerstörungen in den vergangenen Monaten und Jahren. So wurden im April 2017 Teile des beleuchteten Schriftzugs an der Hubbrücke Magdeburg mutwillig zerstört. Als Maßnahme wurden die Lettern im Abstand von einem Meter an der Brücke installiert. Doch auch dies konnte nicht verhindern, dass Krawallmacher Hand anlegten.

Außerdem werde laut Onnen oft Feuer gemacht, das für die Holzdielen eine Katastrophe darstellt. „Es kommt nicht selten vor, dass wir Leute von den Streben hoch oben herunterjagen müssen, weil die meinen, eine Klettertour machen zu müssen.“

Keine rechtliche Absicherung

Eine rechtliche Absicherung habe Rolf Onnen nicht, käme es zu einem Unfall, erklärte er. „Das wäre für mich kaum umzusetzen.“ Er hoffe weiterhin darauf, dass die Menschen, die sich auf der Brücke aufhalten oder darüber spazieren, besonnen mit ihr umgehen.

Kleinere Maßnahmen helfen, sind jedoch kein Wundermittel gegen blinde Zerstörungswut. Und so werden wohl auch in Zukunft die vielen kleinen und auch größeren Schäden an der Hubbrücke weiterhin repariert werden müssen – die Finanzierung dieser Reparaturen geht zu Lasten der Spendengelder, die für die Brücke gesammelt werden.