Auslastung erreicht

Besorgte Eltern drängen auf Hortneubau in Magdeburg-Rothensee

Der Grundschulhort in Magdeburg-Rothensee ist voll. Ein Neubau mit Platz für mehr Kinder ist geplant, soll aber frühestens 2024 fertig sein. Die Eltern drängen nur zur Eile.

Von Stefan Harter
Durch den Abriss eines alten Schulgebäudes wurde in Magdeburg-Rothensee bereits Platz für den Hortneubau geschaffen. Doch er soll frühestens 2024 fertig sein.
Durch den Abriss eines alten Schulgebäudes wurde in Magdeburg-Rothensee bereits Platz für den Hortneubau geschaffen. Doch er soll frühestens 2024 fertig sein. Foto: Stefan Harter

Magdeburg - Einen Hilferuf senden die Eltern der Kinder aus dem Hort der Rothenseer Grundschule in Richtung Stadtverwaltung. Vertreterin Anja Mertens ergriff im Rahmen der Sitzung der AG Gemeinwesenarbeit (GWA) Rothensee das Wort und appellierte, eine zügige Lösung für die schwierige Raumsituation zu finden. „Die Kapazität ist mehr als erreicht“, sagte sie in Richtung der Wirtschaftsbeigeordneten Sandra Y. Stieger, die Gast der Sitzung war. Sie sei zwar nicht zuständig, habe aber alle Hinweise notiert und werde sie weiterleiten, versicherte sie.

Grund der Elternsorgen ist die Verzögerung beim Hortneubau. Nach letztem Stand wird dieser frühestens 2024 fertiggestellt sein. Bis dahin wird der Hort aber überlaufen, so die Befürchtung der Eltern, die auch vom Leiter der Einrichtung, Steve Hassenberg, geteilt wird. Er war ebenfalls bei der Sitzung dabei und erklärte dort: „Wir haben für das nächste Schuljahr eine Betriebserlaubnis für 108 Kinder erhalten.“ Das sei schon sportlich. „So viele Kinder auf einer Etage ist wirklich eng. Wir hoffen immer auf gutes Wetter, damit wir draußen sein können“, sagte er. Aber selbst das Außengelände sei zu klein, merkte Anja Mertens an.

Mehr Kinder in Rothensee

Wenn aber wie geplant 2022/23 noch mehr Schüler eingeschult werden, könnten diese dort nicht mehr betreut werden, stellte Hassenberg klar.

Im August 2019 war der Hort aus dem Schulhaus in ein benachbartes Gebäude umgezogen, das zuletzt als Asylbewerberunterkunft genutzt worden war. Grund für den Umzug war der gestiegene Platzbedarf der Schule durch die wachsende Zahl an Kindern. Und die wird noch größer werden, erinnerte Anja Mertens. In der Badeteichstraße und in der Windmühlensiedlung wird gerade saniert. Mehr Familien werden nach Rothensee ziehen. Die Folge: steigende Schüler- und damit auch Hortkinderzahlen.

Steve Hassenberg berichtete davon, dass er zusammen mit der Hafen GmbH geprüft hatte, ob die Garderoben aus dem Gebäude ausgelagert und in Containern untergebracht hätten werden können, um mehr Platz zu schaffen. Das sei aber aus verschiedenen Gründen nicht möglich. Darum werde man die Garderoben in die Räume verlegen, um mehr Platz für die Kinder zu schaffen.

Doppelnutzung als Option

Auch eine Doppelnutzung mit der Schule käme dann gegebenenfalls wieder infrage, obwohl das keine optimale Betreuung bedeuten würde. „Es wäre schöner, wenn der Neubau beschleunigt werden könnte“, sagte er. Die Wirtschaftsbeigeordnete versprach, die Sorgen mit in die Verwaltungsspitze zu nehmen. „Wir als Eltern glauben nicht, dass der Neubau selbst bis 2024 fertig ist“, sagte Anja Mertens.