Magdeburg l Das Team des Magdeburger Elbauenparks warnte am 28. Juni 2018 davor, auf Ticket-Betrüger hereinzufallen. Karten für eine Party im Elbauenpark unter dem Titel „Spring Break Magdeburg“ wurden im Internet angeboten. Via Internetplattform Facebook machte der Elbauenpark interessierte Partygänger darauf aufmerksam, dass es sich hierbei um eine Fake-Veranstaltung handelt und riet vom Ticketkauf ab.

Eine Nachfrage beim Veranstalter „Spring Break Deutschland“ aus Karlsruhe ergab am Vormittag zunächst, dass es sich hierbei um einen technischen Fehler handelt, der beim Erstellen der Partyreihe in 20 Städten auf Facebook passiert sei. Eigentlich sei Magdeburg als Veranstaltungsort nicht geplant gewesen. „Doch die Resonanz war sehr hoch. So dass wir uns entschieden haben, Magdeburg nicht zu streichen“, so Kevin Pfirmann.

Erste Tickets für Magdeburg verkauft

4471 Facebook-Nutzer hatten ihr Interesse an der Veranstaltung bekundet, 426 ihre Teilnahme bereits zugesagt. Auch Tickets wurden bereits verkauft. „Wir haben niemanden gezwungen die Karten zu kaufen. 90 Prozent der bereits verkauften Tickets wurden zudem über den Online-Bezahldienst Paypal bezahlt“, beschwichtigte Kevin Pfirmann und ergänzte: „Wir sind gerade dabei einen Veranstaltungsort zu finden.“

Den Elbauenpark Magdeburg habe man angefragt. Der Parkleitung ist jedoch nichts von einer Anfrage bekannt, erklärte ein Sprecher auf Volksstimme-Nachfrage.

Party in 20 Städten geplant

Neben Magdeburg sollte die Spring-Break-Party zeitgleich auch in 19 anderen Städten am 15. September 2018 stattfinden, u. a. in der König-Pilsener-Arena in Oberhausen sowie bei der Messe Erfurt. Doch beiden Veranstaltungshäusern liegen keine Informationen zu dem Festival vor. „Uns ist nichts bekannt“, hieß es jeweils auf Volksstimme-Nachfrage.

Im Laufe der Volkstimme-Recherche sagte der Veranstalter über Facebook die Party für Magdeburg ab und stoppte den Ticketverkauf. Kurze Zeit später war die gesamte deutschlandweite Partyreihe vom Tisch.

Beschwerden über Ticketverkauf

Mehrere Beschwerden über den Ticketverkauf sowie die allgemeine Internetseite zu „Spring Break Deutschland“ haben den Veranstalter schlussendlich zu dieser Entscheidung gezwungen, die Veranstaltung abzusagen, erklärte Kevin Pfirmann am Nachmittag der Volksstimme. „Wir wollten was Einzigartiges auf die Beine stellen und so flexibel wie möglich sein und erstmal schauen, wie hoch die Resonanz für solche Veranstaltungen ist“, macht Pfirmann deutlich und gab zu, keine der 20 genannten Veranstaltungsorte angefragt zu haben. Die bereits verkauften Tickets werden nun zurückerstattet.

Über ein Kölner Ticketportal konnten Karten zum Preis ab 15,90 Euro bis 99,90 Euro erworben werden. Verkauft wurden die Karten für das Festival über das Ticketportal „ticket.io“.

Ticketverkauf gestoppt

Geschäftsführer Jannusch Frontzek erklärt gegenüber der Volksstimme, dass im gemeinsamen Austausch mit dem Veranstalter der Ticketverkauf gestoppt wurde. „Alle Ticketverkäufer werden informiert und bekommen ihr Geld samt Vorverkaufsgebühr zurück“, so Frontzek.

Beurteilen, ob es sich bei der Partyreihe, um eine Masche oder Fehlplanung seitens des Veranstalters handelt, möchte der Ticketportal-Betreiber nicht. Als Ticketverkäufer könne man sich nicht immer vor Betrügern schützen. „Wir prüfen in der Regel die Veranstalter und zahlen das Geld erst an die Organisatoren aus, wenn das Event auch stattfindet. Für uns ist es wichtig, dass der Ticketkäufer nicht finanziell geschädigt wird“, so Frontzek.

Internetseite des Veranstalters gelöscht

Mittlerweile wurden sämtliche Veranstaltungsseiten von „Spring Break Deutschland“ auf Facebook sowie die Internetseite des Veranstalters gelöscht.

Der Elbauenpark hatte vom Festival durch eine private Nachfrage zum Ticketverkauf erfahren und die Veranstaltung als Fake eingestuft.