Magdeburg l „Es war mit Abstand das härteste Jahr“, sagt Frank Friedrich, Chef des Öko-Zentrums (Özim) in Magdeburg an der Harsdorfer Straße. Nach wiederholten Anwohnerbeschwerden aus dem benachbarten Wohngebiet wegen zu lauter Privatfeiern stand der Fortbestand der Einrichtung auf der Kippe.

Durch neue, schärfere Regeln für die Vermietung an Dritte wären wichtige Einnahmen weggefallen. Weil das Özim u. a. eine wichtige Rolle in der Kinder- und Jugendarbeit spielt, hatte Oberbürgermeister Lutz Trümper entschieden, dass sich über den Sommer zeigen soll, ob die geltenden Regeln ausreichen.

Seit Juli keine Beschwerden mehr

Offenbar mit Erfolg, denn wie Stadtsprecher Michael Reif auf Volksstimme-Anfrage mitteilt, gab es seit Juli 2017 keine Beschwerden mehr. „Auch bei Vor-Ort-Kontrollen des Stadtordnungsdienstes konnte kein Lärm auf dem Gelände festgestellt werden“, erklärt er. Dies zeige, dass die vom Verein zugesicherten privatrechtlichen Maßnahmen zur Lärmminderung wirken.

„Wir waren sehr überrascht und haben uns aber auch gefreut über die vielen Spenden und Hilfe von anderen Stellen“, sagt Frank Friedrich. Im Oktober habe er bereits das Ok bekommen, dass er mit den bisher geltenden Regeln weitermachen kann. Somit kann bis 22 Uhr draußen und bis 24 Uhr im Inneren des Gebäudes gefeiert werden.

Mehr als 40 Vermietungen

Über 40 Vermietungen gab es im Lauf des Jahres, sagt er. Trotzdem habe es eine Reihe von Absagen wegen der unklaren Lage gegeben, die zu Verlusten führten.

Mittlerweile gibt es aber die Zusage für EU-Fördermittel, mit denen Umbauten bei der Wasser- und Gasversorgung angegangen werden können, um das Özim schrittweise auf einen guten Standard zu bringen, wie der Leiter sagt. Dies werde aber noch Jahre dauern.

Lärmproblem nicht gelöst

Während Frank Friedrich also froh in die Zukunft blickt, hat die Beschwerdeführerin Liane Friedrich keine positive Meinung. „Für mich ist das Lärmproblem nicht gelöst“, sagt sie der Volksstimme. Nur weil im Moment Ruhe sei, glaube sie nicht daran, dass es auf Dauer besser wird. Sie habe jetzt sogar eine Petition beim Landtag eingereicht, erklärt sie.