Magdeburg l Zwar ist die Magdeburger Stadtverwaltung inzwischen von der Idee abgerückt, in Ostelbien eine neue Grundschule bauen zu wollen. Dafür sind derzeit andere Schulbauvorhaben in den Fokus gerückt.

Anlass für den Wandel: Die Magdeburger Stadtverwaltung hat für die Gebiete östlich der Elbe Prognosen für die Schul­anfänger in den kommenden Jahren erstellt. Demnach werden im Schuljahr 2020/21 171 Erstklässler in die Schule kommen. Höchstwerte werden in den Schuljahren 2022/23 mit 192 sowie im Schuljahr 2025/26 mit 200 erwartet. Danach geht die Stadt von einem Absinken der Schülerzahlen aus.

Für das Jahr 2028 rechnet Magdeburg nur noch mit 161 Geburten in dem Gebiet. Dabei, so die Stadtverwaltung, seien auch neue Baugebiete mit einberechnet. Damit wäre in einigen Jahren kein Mangel an Plätzen an den bestehenden Schulen samt der in Erweiterung befindlichen Grundschule Brückfeld. Zumal nicht mit berücksichtigt wurde, dass pro Jahr nur etwa 88 Prozent der Kinder in dem Viertel tatsächlich in einer Schule der Stadtteile eingeschult werde. So ist noch nicht einkalkuliert, dass ein Teil der Kinder an freien Schulen das Lesen und Schreiben erlernen wird.

Prognosen erwiesen sich als falsch

Doch möglicherweise ist die Diskussion mit dieser Prognose nicht am Ende. Unter anderem hatte es während der letzten Sitzung des Schulausschusses vor dessen Sommerpause Unmut gegeben, dass nach Jahren der Diskussion plötzlich doch keine neue Grundschule in Ostelbien gebaut werden soll.

Bevölkerungsprognosen hätten sich immer wieder im Nachhinein als ungenau, zum Teil sogar als falsch erwiesen. Und auch nach der Veröffentlichung der Zahlen hat es erste Diskussionen gegeben, ob zum einen überhaupt eine Entspannung der Situation eintritt, und ob zum anderen für den Zeitraum bis dahin beengte Verhältnisse in den Klassen zum Beispiel durch ein Überschreiten des vom Stadtrat beschlossenen Schlüssels über 22 Mädchen und Jungen pro Klasse akzeptabel ist.

Mögliche Schulstandorte in Ostelbien

Drei mögliche Standorte

Im Raum standen zuletzt jedenfalls drei ernst zu nehmende Standorte für den Neubau von Grundschulen: Die Fraktionen CDU/FDP und Gartenpartei/Tierschutzallianz hatten sich für den bereits vor Jahren eingebrachten Vorschlag ausgesprochen, Am Brellin zu bauen. SPD und Linke wollten am Heumarkt festhalten – und zwar aufgrund fehlender Flächen auch unter Rücknahme des Beschlusses, dass der Kleingartenverein „Am Zuckerbusch“ erhalten werden muss. Als dritter ernst zu nehmender Standort war der Winterhafen im Gespräch.

Vertreter von Grünen, AfD und Tierschutzpartei hatten sich für den Bau einer Schule an der Stelle ausgesprochen, an der zurzeit noch der Bauhof sitzt. Dieser soll in die Neustadt umziehen.