Magdeburg l Michael Schimke macht einen fröhlich-erfrischten Eindruck, als er 9. Juli nach einem ausgiebigen Schwimmgang aus dem 22 Grad warmen Wasser des Barleber Sees steigt. Der Magdeburger ist seit 19 Jahren fast täglich am See und froh über die Aufhebung des Badeverbotes. „Wunderbar“, urteilt Schimke über die Wasserqualität am Montag. Die zu Badeverboten im August 2017 und zuletzt am 4. Juli führende Blaualgen-Belastung nennt der Dauercamper „eine Katastrophe“.

Schimke feiert kurz vor 12 Uhr im Barleber See mutterseelenallein die aktuelle Freigabe zum Bad. Neben ihm ist kein einziger weiterer Badegast auszumachen. Zwar sind die Badeverbotsschilder schon gegen solche mit der Aufschrift „Blaualgenwarnung“ ausgetauscht worden. Offiziell wird die Stadtverwaltung aber erst gegen 13 Uhr über die Freigabe informieren. „Ab sofort gilt bis voraussichtlich Freitag dieser Woche die Warnstufe 2“, heißt es in der Pressemitteilung aus dem Rathaus. „Damit wird um erhöhte Aufmerksamkeit gebeten, weil im Wasserbereich des Strandbades weiterhin Algen vorhanden sind.“ Ihre Konzentration hat allerdings in den vergangenen Tagen abgenommen, so dass der Stab des Gesundheitsamtes das Baden vorerst wieder für relativ gefahrlos hält. Bei „vorbelasteten Peronen“ oder Kleinkindern könne es, zum Beispiel durch das Verschlucken des Wassers, aber weiterhin zu allergischen Reaktionen oder zu Hautreizungen kommen. Es wird gebeten, nach dem Bad die Duschen zu nutzen.

Info-Blatt zur Algen-Entwicklung

Besucher werden am Eingang zum Strandbad mit einem Informationsblatt über „Algenmassenentwicklungen“ ausgestattet, das wenig Lust aufs Bad macht und neben Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Atemwegserkrankungen auch Fieber und Leberveränderungen als mögliche Folgen eines Bades in schwer von Blaualgen belastetem Wasser aufführt. Ein Indiz dafür kann jeder Badegast einfach überprüfen: die sogenannte Sichttiefe. Der Expertenrat aus dem Flyer: „Verzichten Sie auf das Baden, wenn Sie bis zu den Knien im Wasser stehend Ihre Füße nicht sehen!“

Michael Schimke hat damit  kein Problem. „Ich konnte die Füße noch in deutlich tieferem Wasser sehen.“

Von einer Komplettentwarnung kann aber noch keine Rede sein. Je nach Wetterlage kann sich das Algenaufkommen im See wieder verstärken. Laut Stadtverwaltung ist die nächste planmäßige Kontrolle der Wasserqualität im Barleber und im Neustädter See am Donnerstag, 12. Juli, vorgesehen. Besser noch als im Barleber sei die Wasserqualität des Neustädter Sees. Hier sind alle Algenwarnstufen vorerst aufgehoben, „da dort keine Algen mehr sichtbar sind“, hieß es gestern in einer offiziellen Verlautbarung aus dem Rathaus.

Mit Bade-Erlaubnis wird Eintritt kassiert

Trotz des Badeverbotes kamen übrigens am 7. und 8. Juli täglich rund einhundert Besucher zum Naherholungszentrum am Barleber See. Bei freiem Eintritt nutzten sie die Anlage zum Spaziergang oder – vor allem – zur sportlichen Betätigung u. a. auf der Beach-Volleyball-Anlage. Mit Aufhebung des Badeverbotes wird trotz Algenwarnstufe wieder Eintritt fällig (Normalpreis Tageskarte: 3,50 Euro).