Hyparschale

Blick in die Sonne statt aufs Elbpanorama auf Magdeburgs neuer „Eventplaza“ am Stadtpark?

Früherer Stadthallen-Programmleiter Peter Franz stellt Bühnen-Standort auf dem neuen Festplatz am Stadtpark infrage

Von Christina Bendigs
Auszug aus dem Entwurf der Stadtplaner aus München. Sie hatten den Wettbewerb gewonnen. Die Bühne kann auf der Seite der Stadthalle, der Hyparschale und der Elbe stehen.
Auszug aus dem Entwurf der Stadtplaner aus München. Sie hatten den Wettbewerb gewonnen. Die Bühne kann auf der Seite der Stadthalle, der Hyparschale und der Elbe stehen. Visualisierung: Lohrer Hochrein Landschaftsarchitekten und Stadtplaner

Magdeburg - Einst hat er selbst in der Stadthalle und der Hyparschale gearbeitet, inzwischen ist Peter Franz im Ruhestand. Doch was mit seinen einstigen Wirkungsstätten geschieht, verfolgt der 84-Jährige nach wie vor mit Interesse. Und so hat er zu den Plänen des neuen Festplatzes zwischen Hyparschale und Stadthalle, der „Eventplaza“ heißen soll, einen Kritikpunkt, der aus seiner Sicht wesentlich erscheint. Und der hat mit der Sonne zu tun.

Die Sonne geht bekanntermaßen im Westen unter. Wer also auf der Elbseite auf dem Werder steht und in Richtung Innenstadt schaut, der wird in die untergehende Sonne schauen. „Das dürfte für das Publikum sehr unangenehm sein“, sagt Peter Franz. Es sei denn, die Bühne verhindert den Blick auf die Sonne. Doch dann wäre auch der Blick auf die Elbe mit Dom, Kloster und Johanniskirche dahinter versperrt, gibt er zu bedenken und hat daher Zweifel, ob die Idee vom Eventplaza mit Blick auf die Elbe tragfähig ist.

Drei Bühnenstandorte sind möglich

Steffen Schüller als Geschäftsführer der Messe- und Veranstaltungsgesellschaft Magdeburg allerdings steht dem vermeintlichen Problem gelassen gegenüber und betont, der Bühnenstandort auf der Seite zum Dom sei nur einer von drei möglichen Standorten. „Die weiteren Standorte gehen in Richtung Stadthalle und Hyparschale und sind auch aus technischen Gründen die Favoriten“, sagt er. Auch da könnten die Besucher das Elbpanorama genießen. „Ausgeschlossen sind aus unseren Erfahrungen jedoch auch Veranstaltungen in Richtung der Abendsonne nicht“, erklärt Schüller weiter, denn die Sonne gehe nicht das ganze Jahr erst um 22 Uhr unter. Wer genau den Festplatz nach der Fertigstellung nutzen werde, stehe noch nicht fest, hatte Schüller Anfang Juni gegenüber der Volksstimme erklärt. Die Messe- und Veranstaltungsgesellschaft zeichnet verantwortlich für die kulturelle Nutzung des Platzes.

Die Stadtverwaltung, die für die bauliche Umsetzung der Umfeldgestaltung zuständig ist, verweist auf die Drucksachen, die in den Jahren 2017 und 2018 vom Stadtrat beschlossen worden waren. Diese hätten weiterhin Bestand, erklärt Pressesprecherin Kerstin Kinszorra.

Vorschlag aus Wettbewerb hat nach wie vor Bestand

Damals war ein Ideenwettbewerb für die Umfeldgestaltung der Hyparschale gestartet worden. Den Wettbewerb hatte das Unternehmen Lohrer Hochrein Landschaftsarchitekten und Stadtplaner GmbH aus München gewonnen. Der Entwurf wird nun mit der Umfeldgestaltung der Hyparschale umgesetzt.