Testmodell

Blumenkübel sollen Sicherheit für Magdeburger Radfahrer erhöhen

Eine eigene Fahrspur für Fahrradfahrer, abgetrennt vom Autoverkehr. Das strebt der ADFC in Magdeburg mit einer Teststrecke an.

Von Marco Papritz
So könnte die Protected Bike Lane (besonders geschützter Radfahrstreifen)  aussehen, um Radfahrern im Fuchsberg eine eigene Fahrspur zu ermöglichen.
So könnte die Protected Bike Lane (besonders geschützter Radfahrstreifen) aussehen, um Radfahrern im Fuchsberg eine eigene Fahrspur zu ermöglichen. Visualisierung: ADFC Magdeburg

Magdeburg - Die Idee ist nicht neu, eine sogenannte Protected Bike Line (deutsch: besonders geschützter Radfahrstreifen) einzuführen. 2019 hat der Stadtrat die Finanzierung einer solchen Maßnahme beschlossen, die während der Pandemie im vergangenen Jahr in anderen Städte umgesetzt wurde und laut Magdeburger ADFC für einen „erheblichen Zuwachs von Radfah-renden auf unsicheren Routen“ geführt habe. Solch eine Beschreibung trifft laut Norman Dreimann auch auf den Fuchsberg zu: „Der Zustand ist einfach schlecht, im Südbereich fehlt eine Radinfrastruktur beispielsweise komplett.“ Daher müsse in dieser hoch frequentierten Straße etwas passieren, „da wir auch nicht möchten, dass Fußwege von Radfahrern genutzt werden“. Bevor es zu einer baulichen Veränderung der Straße komme, soll die Möglichkeit der Einrichtung des besonders geschützten Fahrradstreifens genutzt werden als eine Art Testballon. „So kann herausgefunden werden, welche Veränderungen eintreten, wie das Angebot angenommen wird.“

Physische Trennung als Besonderheit

Der Unterschied dieser Lösung im Vergleich zum Fahrradstreifen, wie er beispielsweise im Westring geschaffen wurde, liegt in der physischen Trennung der Straßenbereiche mit Hilfe von Blumenkübeln oder Pfosten. „Dadurch werden die Fahrbereiche für Radfahrer und für den Fahrzeugverkehr nicht nur optisch hervorgehoben“, so Dreimann. In der Folge würde die Unsicherheit bei den Radlern, aber auch Fahrzeugführern schwinden, so das Ziel. Die finanziellen Mittel stünden bereit, der Zuspruch für das Nutzen von Fahrrädern sei auch dank der Corona-Pandemie in den vergangenen Monaten gestiegen. „Die Protected Bike Lane kann schnell umgesetzt werden, ohne dass dafür Bagger anrücken müssen“, so der ADFC-Vorstand. Der spricht sich klar gegen die Berliner Chaussee aus, die von der Stadtverwaltung als Favorit für das Modellprojekt benannt wurde. Hier gebe es kaum einen Ziel- und Durchgangsverkehr, so einer der Gründe, die gegen die Chaussee sprechen würden.