Magdeburg l Was haben die Boxer Stefan Härtel, Robert Stieglitz, Sven Ottke, Tom Schwarz, Francois Botha, Robin Krasniqi und Francesco Pianeta gemeinsam? Sie alle haben wichtige Titel errungen. Aber nicht nur das. Alle haben auch schon Lorbeer-Kränze eines Magdeburger Blumenhändlers in den Händen gehalten.

Denn wann immer Boxpromoter Ulf Steinforth die großen und kleinen Kämpfe organisiert, bestellt er die Siegeskränze bei Holger Lüdtke in Magdeburg. Und so lagen die Kränze für den Boxkampf am Sonnabend in der Stadthalle für alle Augen sichtbar in seinem Blumengeschäft am Alten Markt zur Abholung bereit.

„Ich habe mich immer fürs Boxen interessiert“, erzählt Holger Lüdtke. Dadurch entstand der Kontakt zu Steinforth, der ein echter Lokalpatriot sei und bei der Volksstimme-Aktion „Magdeburger des Jahres“ nominiert war, bestelle er die Kränze stets in jenem Blumenladen – seit mehr als zwei Jahrzehnten.

Wiedersehen im TV

„Das ist schon toll, wenn ich dann im Fernsehen die Kränze sehe, die hier gefertigt wurden“, erzählt Lüdtke. Und auch der Schleifendrucker, bei dem die Namen auf die Scherpen gebracht werden, hebe sich Zeitungsartikel auf, in denen die Kränze abgelichtet wurden und hänge sie zur Erinnerung aus.

Einen Kranz zu fertigen, dauert etwa drei Stunden. Echter Lorbeer wird heute allerdings nicht mehr verwendet, verrät Lüdtke, dafür ein Gewächs, das dem Lorbeer sehr ähnlich sieht. In den Kränzen, die einen Durchmesser von 60  Zentimetern haben, befindet sich ein Gebinde aus Stroh.

Wie lange so ein Kranz hält? „Die Blätter trocknen einfach und dann können die Kränze lange aufbewahrt werden“, erzählt Lüdtke. Bei Box-Galas im Maritim-Hotel, bei denen immer auch eine Art Ruhmesecke aufgebaut werde, habe er schon Kränze gesehen, die bereits zehn Jahre alt waren, erinnert er sich.

Geliefert werden die Zeichen des Ruhms aus Holger Lüdtkes Geschäft aber nicht. „Die Kränze werden hier abgeholt“, erzählt er – und legen dann zum Teil lange Strecken zurück. So wurden sie auch schon zu Boxkämpfen in Prag mitgenommen, erzählt er stolz.

Kampf verpasst

Wann immer er Zeit hat, fährt Holger Lüdtke auch selbst zu Boxkämpfen, als Zuschauer. Den Kampf am Sonnabend in der Stadthalle zwischen Robin Krasniqi und Stefan Härtel konnte er sich allerdings nicht anschauen. Das Muttertagsgeschäft hatte Vorrang. Aber der nächste Kampf kommt gewiss, und dann ist Lüdtke wieder vertreten, mindestens mit seinen Kränzen.