Magdeburg l Eine leere Staffelei und ein paar Nylonfäden, die von einem Aufhängesystem für Bilder von der Wand baumeln, sind alles, was noch von einer Galerie zeugt. Der Buckauer Künstler Jonathan Gentilhomme steht kopfschüttelnd im leeren Raum. „Wer macht so was?“, fragt der Magdeburger. Zwei Ölgemälde, drei Zeichnungen und ein Linoldruck sind gestohlen worden. Die Spurensicherung der Polizei konnte kaum etwas finden. Ein Faden auf der Straße und einer im Hausflur sind so ziemlich die einzigen Hinweise.

Am Sonnabend gegen 19 Uhr habe der 27-Jährige die Galerie verlassen. An diesem Tag fand im Buckauer Engpass das Weihnachtsspe(c)ktakel, der Buckauer Weihnachtsmarkt, statt. Tausende drängten an diesem Tag durch die enge Straße. Viele bewunderten seine Bilder, von denen sich am Dienstag keine Spur mehr fand.

Täter kamen am Sonntag

Die Tatzeit grenzt er auf Sonntag ein. Denn als ein Freund am Montagvormittag an seiner Galerie, in der früher die Künstlerin Marianne Fritz ausstellte, vorbeiging, seien die Bilder schon weg gewesen. „Er hat nichts gesagt, weil er dachte, ich hätte sie abgenommen“, erzählt Jonathan Gentilhomme.

Bilder

Verwunderlich sei, dass der oder die Täter nichts aus dem Atelier dahinter mitgenommen haben, obgleich auch da einige Arbeiten lagen. Ebenso ließen sie das überdimensionale Gemälde hängen. Das Skizzenbuch hingegen, das unter einer Glasscheibe im Schaufenster lag, haben sie sich genommen. „Ich vermute, dass der oder die Täter keine Ahnung von Kunst haben“, sagt er. Er sei schließlich kein renommierter Künstler.

Der Verlust trifft ihn dennoch. Er beziffert den Schaden auf 3200 Euro. Auch wenn der oder die Täter keine Ahnung von Kunst haben mögen, vermutet er, dass sie sich in Sachen Einbruch auskennen. Nicht nur, dass sie weder an Tür noch Fenster sichtbare Spuren hinterlassen haben, auch haben sie die Nylonfäden abgebrannt – scheinbar, um nichts anfassen zu müssen.