Magdeburg l Mit der Fahrplanumstellung im Dezember 2019 wird Beyendorf-Sohlen in Magdeburg nicht mehr von Bördebussen der Linie 659 bedient. Ab dem 15. Dezember reaktivieren die Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB) die alte Linie 66, die einst wegen zu geringer Fahrgastzahlen eingestellt worden war. „Die Linie hat eine Erschließungsfunktion und ist im Stundentakt zwischen dem Bördepark und Westerhüsen im Einsatz, wo es Umsteigemöglichkeiten zum Beispiel in die Straßenbahn gibt“, so Michael Förster, zuständig für die strategische Verkehrsplanung bei den MVB, bei einer außerordentlichen Sitzung der Gemeinwesenarbeitsgruppe (GWA) Beyendorf-Sohlen. In der Zeit von 6 bis 22 Uhr kann der Bus genutzt werden, der auch an Wochenenden im Einsatz sein wird.

Die MVB berücksichtigen auch den Schülerverkehr – allerdings nur einseitig, wie die knapp 40 Teilnehmer des GWA-Treffs feststellen mussten. Jeweils zweimal fährt die Linie 66 am Morgen bis zur Grundschule „Lindenhof“ am Neptunweg in Reform und bedient im Anschluss daran auch die Sekundarschule und das Gymnasium. Derzeit noch offen ist die Regelung für die Nachmittagsstunden, so Michael Förster: „Die Abstimmung mit dem Schulamt läuft.“

Knackpunkt Westerhüsen

Der MVB-Vertreter klärte auch darüber auf, dass keine Verbindung zur Grundschule in Westerhüsen vorgesehen ist. Dies sorgte für Verwunderung: Ab dem Schuljahr 2020/21 werden Grundschüler aus Beyendorf und Sohlen in Westerhüsen eingeschult. Der Grund: Da nur ein Bus für die Linie 66 zur Verfügung steht „musste abgewogen werden“, so Förster.

Die Anschlüsse haben sich zwar verbessert, merkte Ortschaftsrat Frank Thiel (Die Linke) an: „Aber ich hätte gedacht, dass die Taktung schon feststeht. Denn die Anfangszeiten der Schulen stehen schon längst fest.“ Ortsbürgermeister Niko Zenker betonte, dass es ab dem kommenden Sommer auch einer Lösung für das Beförderungsproblem für die Fahrten zur Grundschule in Westerhüsen bedarf, „ohne dass es Einschränkungen für die Schulen in Reform gibt – und zwar für vier Jahre, denn in diesem Sommer wurden unsere Erstklässler in der Lindenhof-Schule eingeschult“. Ausgang offen ...

Anschluss an S-Bahn

Perspektivisch gesehen wird mit der Busverbindung nach Westerhüsen ein Anschluss an den S-Bahn-Halt „Magdeburg Südost“ geschaffen. Wenn die an der Arnold-Knoblauch-Straße geplante Wendeschleife in Betrieb genommen wird, soll der Bus von der Sohlener Straße die Welsleber Straße anfahren. Bei der Inbetriebnahme des neuen MVB-Angebots steuert er zunächst für ca. ein Jahr in Westerhüsen den Betriebshof an, wo der Fahrer seine Pausen einlegen kann.

Damit die Pläne so umgesetzt werden können, bedarf es einiger Veränderungen. So soll beispielsweise die Sohlener Haltestelle „Unter der Wiesche“ in beiden Fahrtrichtungen direkt an der Fahrbahn nahe der Brücke versetzt werden. Wie es mit der alten Haltestelle dann weitergeht, ist noch unklar. An der Arnold-Knoblauch-Straße ist eine neue Haltestelle und an der Kreuzung Alt Westerhüsen/Sohlener Straße eine Übergangshaltestelle vorgesehen, die bis zum Ausbau der Wendeschleife genutzt werden soll. Geklärt werden soll, ob die Westerhüser Grundschule so lange dann mit angebunden werden kann, so Michael Förster. Die Planung insgesamt befinde sich in Abstimmung.

Unterschriften gesammelt

Eine bessere Anbindung an die nächstgelegenen Stadtteile und Verbindungen, die auch an den Wochenenden genutzt werden kann, um u. a. zum Einkauf, ins Theater oder Kino fahren zu können. Mit diesen Wünschen hatten Bewohner von Beyendorf-Sohlen im Sommer vor zwei Jahren eine Bürgerinitiative gegründet und sich an die Stadt gewandt. Um ihrem Wunsch nach einer Verbesserung des Busangebots Nachdruck zu verleihen, wurden mehrere Hundert Unterschriften gesammelt.