Magdeburg l Er könnte den Stars der Bühne die Show stehlen. Er soll über die Bühne flitzen. Die meiste Zeit der Vorstellung darf er es sich jedoch im Schoß der schönen von Noa Danon bequem machen. Eine Traumrolle!

Wer sie bekommt, wird in der kommenden Woche in einem Casting entschieden. Klar ist jedoch, dass die Rolle tierisch ist.

Schwarze Zwergpudel gesucht

Bewerben können sich nämlich nur schwarze Zwergpudel. Dieser soll den Hund der Protagonistin Lady Margaret Campbell in der Oper „Powder Her Face“ spielen. Dass er dazu keinerlei schauspielerische Fähigkeiten braucht, versteht sich von selbst.

Dennoch werden ein paar Anforderungen an ihn gestellt. So sollte er gut an der Leine zu führen sein, bzw. alleine von einer Seite zur anderen Seite im Bühnenbild laufen können. Auch auf dem Schoß sitzen und getragen werden sollte kein Problem sein.

Proben am Magdeburger Schauspielhaus

Probenbeginn für den Pudel ist ab dem 19. März 2018 im Schauspielhaus Magdeburg mit dem Beginn der Bühnenproben. Endproben sind für den 23. sowie vom 26. bis 29. März täglich vorgesehen. Zeit in den Abendstunden ist für Pudel und Frauchen/Herrchen Voraussetzung.

Zudem sollte der Pudel pflegeleicht und unkompliziert sein und keine Angst vor fremden Menschen oder ungewohnten Situationen (künstliches Licht, dunkle Bühnensituation, Lärm, neue Musik etc.) haben. Dass er bei der Oper „mitsingt“, ist nicht erforderlich. Geplant seien fünf Vorstellungen.

Pudel spiel in Oper mit

Weitere Informationen und genaue Daten und Termine stellt Fabian Holthus, Tel. 0391/404905304, Mailadresse fabian.holthus@theater-magdeburg.de.

Doch was ist das für eine Oper, in der es auf der Bühne so tierisch zugeht?

Schönheit und Snobismus

Es handelt sich um die Kammeroper von Thomas Adès, der der britischen Society-Lady Margaret Campbell, der Herzogin von Argyll, mit ihr ein Denkmal setzte. Die für ihre sexuellen Eskapaden berüchtigte, als „Dirty Duchess“ verschriene Campbell bewegte sich in höchsten gesellschaftlichen Kreisen und war für ihre Schönheit genauso berühmt wie für ihren Snobismus.

1963 kam es zu einem aufsehenerregenden Scheidungsprozess, in dem ihr selbst untreuer Ehemann, der Herzog von Argyll, dem Gericht Fotos vorlegte, die die Herzogin beim Oralverkehr mit einem fremden Mann zeigten. Für die britische Mittelschicht wurden die Fotos zum Inbegriff der Verderbtheit einer lasterhaften Upper-Class.

Musical Hall und Jazz

„Du könntest eine Blowjob-Arie schreiben. Am Anfang mit Worten und am Schluss mit Glucksen.“ Mit diesem verlockenden Vorschlag hatte Librettist Philip Hensher den erst 23-jährigen Thomas Adès überzeugt, die Musik für diese Kammeroper zu schreiben. Die Partitur vereint Einflüsse von Music Hall und Jazz sowie Anklänge an Weill, Strawinsky, Britten und den Tango Nuevo eines Astor Piazzolla.

Neben Noa Danon als Lady Margaret werden darin auch zu sehen sein Julie Martin du Theil als Zimmermädchen, Paul Sketris als Hotelmanager und Jonathan Winell als Elektriker. Die musikalische Leitung hat Hans Rotman inne, Regie führt Magdalena Fuchsberger.

Premiere Ende März 2018

Premiere feiert das Stück am 31. März, 19.30 Uhr, im Schauspielhaus.