Landtagswahl

CDU siegt in Magdeburg in fast allen Wahllokalen

Die AfD fährt vor allem im Norden Magdeburgs einige lokale Erfolge ein. Daneben gewinnen nur noch die Grünen einen Wahlbezirk in der Altstadt.

Von Katja Tessnow
CDU-Mitglieder in Magdeburg jubeln am Abend des 26. Juni 2021 über ihr hervorragendes Abschneiden zur Landtagswahl.
CDU-Mitglieder in Magdeburg jubeln am Abend des 26. Juni 2021 über ihr hervorragendes Abschneiden zur Landtagswahl. Foto: dpa

Magdeburg

Wie in ganz Sachsen-Anhalt dominiert der Zweikampf zwischen CDU und AfD auch in der Landeshauptstadt den Urnengang vom 6. Juni 2021. In der Summe macht die CDU auch in Magdeburg haushoch das Rennen. Auf 32,9 Prozent bringen es die Christdemokraten bei den Magdeburger Wählern und verweisen die AfD (15,1 Prozent) mit weitem Abstand auf Platz zwei. Die CDU siegt in 143 Magdeburger Wahllokalen. 15 gehen an die AfD und eins geht an die Grünen.

Auch der Blick ins Sublokale macht die CDU fast allerorten in Magdeburg als Wahlsieger aus. Ihre schwächsten Ergebnisse fährt sie mit mit immernoch hohen 25 bis 28 Prozent in Buckau, Fermersleben, Neustadt und Stadtfeld-West ein. Hochburgen sind Diesdorf (39,2), Nordwest (41) und traditionell Pechau mit knapp 45 Prozent. Mit sogar 49,4 Prozent aller Personenstimmen schafft der insgesamt siegreiche Direktkandidat Tobias Krull in Pechau ein Ergebnis nahe der absoluten Mehrheit.

AfD bleibt in Nord stark

Mit 143 von 159 Wahllokalen reicht es für die CDU und auch für ihre Kandidaten in fast allen Wahlbezirken der Stadt zum deutlichen Sieg. Ausnahmen finden sich vorwiegend in Nord. Zwar macht auch hier die CDU in der Bilanz das Rennen, einzelne Bezirke aber gewinnt die AfD. Sehr dicht beieinander liegen CDU-Kandidat Stephen Gerhard Stehli (29,2) und AfD-Kontrahent Oliver Kichner (28,6) zum Beispiel im Neustädter Feld, wo vier von sieben Wahlbezirken an die AfD gehen. In in Neu-Olvenstedt holt die AfD drei von sieben Wahlbezirken. Sie erzielt in der Spitze Ergebnisse knapp oberhalb der 30 Prozent.

In zwei Wahllokalen in der Grundschule Am Kannenstieg gewinnt ebenfalls die AfD. Im Wahllokal Thomas-Müntzer-Gemeinschaftsschule in der Neuen Neustadt schafft AfD-Mann Kirchner ein Spitzenergebnis von 35,9 Prozent. Auch in Fermersleben hat die AfD Hochburgen. Hier überflügelt deren Direktkandidat Jan Moldenhauer den CDU-Kontrahenten Andreas Schumann knapp. Im gesamten Wahlkreis macht Schumann dennoch mit Abstand das Rennen im Streit ums Direktmandat. Bei den Parteienstimmen bleibt die CDU in Fermersleben knapp vor der AfD. Insgesamt gewinnt die AfD 15 Wahlbezirke in Magdeburg, vor allem in Nord und Neustadt, vereinzelt in Cracau, an der Leipziger Straße und in Salbke. Stadtweit verliert die AfD knapp drei Prozentpunkte im Vergleich zur Landtagswahl 2016.

Grüner Erfolg in Altstadt

Neben CDU und AfD gelingt ausschließlich den Grünen nur ein einziger Parteistimmen-Punktsieg in ganz Magdeburg. In einem Wahllokal im Hegelgymnasium in Altstadt machen die Grünen mit knapp 30 Prozent das Rennen und verweisen die CDU mit mehr als zehn Prozentpunkten weniger (19,5) auf Platz zwei. Mit 8,6 Prozent bleibt die AfD in diesem Lokal einstellig.

Die Grüne-Direktkandidatin Madeleine Linke kann einzig bei den Personenstimmen zwei Altstadt-Wahlbezirke und zwei weitere in Stadtfeld-Ost für sich entscheiden – nur Schlaglichter und fürs Direktmandat am Ende lange nicht genug. Mit stadtweit 10,8 Prozent gelingt den Grünen dennoch ein Achtungserfolg. Sie verbessern sich in Magdeburg um 2,7 Prozentpunkte und ziehen an der SPD (9,6) vorbei.

Linke und SPD lassen Federn

Mit 12,6 Prozent der in Magdeburg abgegebenen Stimmen landet Die Linke hinter CDU und AfD auf Platz drei, lässt im Vergleich zur Wahl 2016 aber Federn (-4,8 Prozent). Wo der Partei noch vor fünf Jahren Quoten von 20 Prozent und mehr gewiss waren, etwa in Nord, bricht sie auf 12 Prozent ein. 17 bis 18 Prozent markieren einzelne Linke-Spitzenergebnisse in Altstadt oder Stadtfeld. In Buckau vereint Dennis Jannack 21 Prozent im Lokal Erich-Kästner-Schule auf sich und setzt ein linkes Highlight. Nicht viel besser ergeht es den Sozialdemokraten, die von 12 auf ein einstelliges Ergebnis von 9,6 Prozent fallen und ebenso wie AfD, Linke und Grüne keinen einzigen Direktkandidaten aus Magdeburg ins Landesparlament entsenden dürfen. Ergebnisse, wie die von Falko Grube in Altstadt oder Stadtfeld von 12 bis 13 Prozent stellen schon Spitzen im Abschneiden der im Wähleransehen erheblich schwächelnden SPD dar. Die sozialdemokratische Hochburg, die Magdeburg in den frühen Nachwendejahren einmal war, ist futsch.

Liberale im leichten Plus

Parallel zum Landesergebnis auch in Magdeburg leicht zulegen können die Liberalen. Auf immerhin 6,8 Prozent steigern sie ihr Stadtergebnis. Vor fünf Jahren lag es noch unter fünf Prozent. Beim Briefwahlergebnis in Nord holt Spitzenkandidatin Lydia Hüskens achtbare 7,9 Prozent der Stimmen im Wahlkreis, in der Alten Neustadt 7,3 Prozent. Echte Hochburgen hat die FDP in Magdeburg nicht zu verzeichnen, aber immerhin ein leicht wachsendes Wählerpotenzial.

Die Außenseiter

Unter den kleinen Parteien und Wählervereinigungen kann in Magdeburg zur Landtagswahl keine einzige wirklich punkten. Die höchsten Parteienstimmen-Quoten gelingen mit 2,2 Prozent der Tierschutzpartei und mit 2 Prozent der Gartenpartei. In echten Zahlen entfallen damit aber nur 2534 und 2330 Stimmen aus Magdeburg auf diese Lager.

Mit 2164 Stimmen (1,9 Prozent) landen die Freien Wähler knapp dahinter auf Platz drei. Der Rest der Kleinen versinkt schier in der Bedeutungslosigkeit bei überwiegend zwei- oder dreistelligen Stimmenzahlen in ganz Magdeburg.

Das Fazit

Das kommunale Wahlergebnis von 2019, das den Magdeburger Stadtrat mit fünf beinahe gleich großen Lagern aus CDU, SPD, Linke, Grünen und AfD besetzte, spiegelt sich zur Landtagswahl kein Stück wider. Die Magdeburger Wählerinnen und Wähler unterscheiden offenbar sehr stark zwischen Kommune, Land und Bund und setzen ihre Kreuze – je nach politischer Ebene – an höchst verschiedenen Stellen.