Aktionstag

Corona erschwert die Berufsorientierung in Magdeburg

Perspektiven aufzeigen und Interesse wecken. Darum geht es bei der Berufsorientierung in Schulen. In der Pandemie ist dies eine Herausforderung. Auch in Magdeburg.

Von Marco Papritz
Azubi Patrice Goudou gab Schülerin Vanessa Schmidt praktische Tipps im Umgang mit einem Lagerfahrzeug. Der Berufsinformationstag an der Ottersleber Schule wurde für 100 Schüler in kleinen Gruppen als ein Stationsbetrieb organisiert. Foto: Marco Papritz

Magdeburg. Coronabedingt sind Praktika, die von den Schülern der achten und neunten Klassenstufe in von ihnen ausgewählten Bereichen absolviert werden und zur Berufsorientierung dienen, nun bereits im zweiten Jahr ausgefallen. „Leider sind die älteren Schüler, die beginnen, sich mit Fragen zu ihrer beruflichen Ausbildung auseinanderzusetzen, die Leidtragenden der Krise.

Es ist schwierig geworden, direkt in Kontakt mit Unternehmen und Einrichtungen zu treten“, sagt Katharina Lins, Leiterin der Gemeinschaftsschule „Ernst Wille“ im Stadtteil Ottersleben. Gleiches gilt für den Berufsinformationstag, bei dem sich Arbeitgeber und Ausbildungsstätten in der Ottersleber Gemeinschaftsschule einfinden. Dies ist angesichts der Kontakteinschränkungen und Auflagen zum Zugang zu Schuleinrichtungen nicht in dem gewohnten Umfang möglich.

Dennoch konnte Koordinatorin Silke Hardert mit Edeka einen Partner gewinnen, der den Schülern der oberen Klassenstufen für Fragen zur Verfügung steht. „Ausbilder und Auszubildende haben einen anderen Zugang zu den Jugendlichen als wir Lehrer. Auf lockere Art und Weise erhalten die Schüler Informationen zu Ausbildungsinhalten, Anforderungen und Verdienstmöglichkeiten“, so die Lehrerin.

Krisenfest und abwechslungsreich

Auch Edeka setzt auf den persönlichen, direkten Kontakt – unter Beachtung der geltenden Kontaktregeln –, wie Mario Wehr sagt: „Dabei können viel mehr Informationen ausgetauscht und kann direkter aufeinander reagiert werden, als dies auf dem digitalen Weg oder per Flyer möglich wäre“, so Wehr, der bei Edeka Osterweddingen als einer von fünf Ausbildern fungiert.

Fünf Ausbildungsbereiche bietet das Unternehmen an, zum Beispiel die Ausbildungen zum Kfz-Mechatroniker für Lkw-Technik und Berufskraftfahrer. Aktuell werden 20 junge Leute am Standort ausgebildet, der insgesamt 48 Azubis beschäftigt. Unter anderem finanziert das Unternehmen den Führerschein, wie Mario Wehr sagt. „Mitarbeiter in diesem Bereich werden deutschlandweit gesucht.“ Die Pandemie habe gezeigt, dass das Arbeiten im Unternehmen krisensicher sei. „Mehr noch: Die Bevölkerung ist auf uns Mitarbeiter angewiesen, weil unsere Arbeit die Versorgung gewährleistet.“

Die Gemeinschaftsschule und Edeka streben eine dauerhafte Kooperation an, die schon bald beschlossen werden soll.

Schulleiterin Katharina Lins (rechts) und Lehrerin Silke Hardert übergaben Ausbilder Mario Wehr Kuchen für die Mitarbeiter, die während des Berufsorientierungstages den Schülern für Fragen zur Verfügung standen. Foto: Marco Papritz