Magdeburg l Es fehlt an allen Ecken und Enden. Kamen seit Ende Dezember 2020 ohnehin nur spärliche Lieferungen an Corona-Impfstoff, so hat die jüngste Ankündigung von Impfstoffhersteller Pfizer/Biontech, bis etwa Mitte Februar 2021 noch weniger als geplant liefern zu können, für weiteren Mangel gesorgt. Das bekommen auch die Mitarbeiter in den Kliniken der Landeshauptstadt zu spüren. In den Häusern steht man parat, es wird verimpft, was möglich ist. Doch bislang konnte angesichts der Nachschubprobleme nur ein Bruchteil des impfwilligen Personals versorgt werden, ergab eine Umfrage.

Uniklinikum

Beim Uniklinikum waren es mit Stand Montag, 25. Januar 2021, 649 Mitarbeiter, die geimpft werden konnten, davon 79 Folgeimpfungen. Laut Klinikum werden rund 1600 der insgesamt etwa 5000 Mitarbeiter zu der Kategorie gezählt, die zuerst versorgt werden sollen. Neben den Pfizer/Biontech-Dosen, die das Uniklinikum anteilig von den Lieferungen für die Landeshauptstadt bekommt, erhielt das Haus Mitte Januar zwar zusätzlich noch Impfdosen des US-amerikanischen Herstellers Moderna, doch auch das ist bislang angesichts der Mitarbeiterzahl nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Impfambulanz des Uniklinikums muss also auf weiteren Nachschub warten.

Städtisches Klinikum

Das gleiche Bild im Städtischen Klinikum. Auch hier gibt es weit mehr impfwillige Mitarbeiter als zur Verfügung stehender Impfstoff. Laut einer Sprecherin habe man bislang 167 Mitarbeiter impfen können, darunter 20 mit der nötigen zweiten Immunisierung. Heute sollen 70 Mitarbeiter die Zweitimpfung bekommen. Dabei hat eine erste Umfrage unter den 1900 Mitarbeitern ergeben, dass sich rund die Hälfte impfen lassen möchte. Und die Umfrage laufe noch, das Klinikum gehe davon aus, dass noch mehr Mitarbeiter die Immunisierung möchten. Vorbereitet sei man, so die Sprecherin. Im Klinikum sei ein Impfkoordinator bestimmt, der ermittelt, wer geimpft werden möchte und welche Abteilungen zu den besonders kritischen Bereichen zählen. Das sind beispielsweise Intensivstation, Notaufnahme und Corona-Station. Hier sollen die Mitarbeiter zuerst ihre Immunisierung bekommen. Aus dem Mitarbeiterstamm sind zwei Impfteams gebildet worden. Diese könnten pro Tag etwa 140 Mitarbeiter impfen – wenn genügend Impfstoff kommt.

Bilder

Klinikum St. Marienstift

Im Marienstift wird ebenso verimpft, was derzeit möglich ist. Laut einer Sprecherin wurden bislang 60 Mitarbeiter geimpft – zehn haben ihre erste Impfung erhalten, 50 hätten die erste sowie die Auffrischungsimpfung erhalten. Auch hier ist durch die Geschäftsleitung ein Impfkonzept erstellt worden, welches unter anderem auch nach Risikogruppen beim Krankenhauspersonal priorisiert. „Das heißt zum Beispiel, dass vorrangig unser intensivmedizinisches Personal, das Personal auf der Isolierstation für Covid-Patienten sowie unsere Geburtshelfer mit Impfstoff versorgt werden sollen“, hieß es. Nach einer ersten Erhebung unter den 310 Mitarbeitern würde sich etwa die Hälfte impfen lassen. Allerdings würden sich immer noch Mitarbeiter melden. Johannes Brumm, Geschäftsführer des St. Marienstiftes, ist den Koordinierungsstellen der Landeshauptstadt für den reibungslosen und gut organisierten Ablauf bei der Auslieferung der ersten Impfdosen dankbar, wie er sagt. Er erhofft sich aber, dass in Kürze allen Mitarbeitern ausreichend Impfstoff zur Verfügung gestellt werden kann.

Pfeiffersche Stiftungen

In den Pfeifferschen Stiftungen haben rund zehn Prozent aller 550 Mitarbeiter die erste Impfdose erhalten, die zweite Impfung wird für sie in dieser Woche erfolgen, teilte eine Sprecherin mit. Grundsätzlich folgt die Impfstrategie des Klinikums den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission. Da es mehr Impfwillige als Impstoff gibt, müsse auch hier eine Priorisierung vorgenommen werden, die sicherstellt, dass in jeder der priorisierten Gruppen Mitarbeitende geimpft sind. Eine hausinterne Erhebung habe gezeigt, dass die Zahl der Impfwilligen stetig steigt. Waren es anfangs 35 Prozent, wollen sich nun rund 50 Prozent der Mitarbeitenden impfen lassen. Ziel sei natürlich, alle Impfwilligen auch impfen zu können. Das Hauptproblem sei jedoch, dass nicht genügend Impfstoff zur Verfügung steht.

Der Impfstab

Simone Borris, Leiterin des Impfstabes der Landeshauptstadt, kennt die Nachschubprobleme selbst zur Genüge. Immer wieder muss sie hoffen, auch tatsächlich die angekündigte Menge des ohnehin knappen Impfstoffs zu bekommen und neu rechnen, wer wie viel bekommen kann. Die Stadt legt derzeit den Fokus auf die 35 Altenheime im Stadtgebiet. In einigen Häusern sind die zweiten Impfungen verabreicht worden. Bis Mitte Februar sollen alle Heimbewohner auch mit der nötigen Zweitimpfung versorgt sein. Für die Kliniken konnte die Impfstabchefin anteilig von den Chargen der Stadt bisher Material für etwa 800 Impfungen – für Erst- und Zweitimpfung – herausgeben. „Gemessen an der Gesamtzahl des Personalbestandes ist hier noch viel Spielraum nach oben“, weiß Simone Borris. Auch sie hofft, dass baldmöglichst mehr Impfstoff geliefert und dann verteilt und verimpft werden kann.