Magdeburg l Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben den Arbeitsmarkt im Raum Magdeburg erreicht. „Die übliche Frühjahrsbelebung ist ausgeblieben, stattdessen steigt die Arbeitslosigkeit“, berichtet Matthias Kaschte, Chef der Magdeburger Arbeitsagentur am 30. April 2020.

In diesem Monat haben sich demnach mehr Menschen arbeitslos gemeldet und deutlich weniger Personen eine neue Arbeitsstelle angetreten als es saisontypisch ist. Die Zahl der Arbeitslosen ist deshalb im Vergleich zum März um 1067 Personen gestiegen. Das sind 10,5 Prozent mehr. Im Vergleich zum April 2019 stieg die Zahl der Arbeitslosen um 921, was einer Steigerung um 8,9 Prozent entspricht. Insgesamt 11.260 Personen waren in Magdeburg im April 2020 arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote betrug damit 9,0 Prozent und liegt damit 0,8 Prozentpunkte über dem Vormonat und 0,7 Prozentpunkte über der Quote im April 2019.

Kurzarbeit soll Arbeitsplätze sichern

Unternehmen haben die Möglichkeiten der Kurzarbeit verstärkt genutzt, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden und ihre Beschäftigten im Unternehmen zu halten. Inzwischen sind 2339 Anzeigen über Kurzarbeit eingegangen. Damit wurde Kurzarbeit für 20.698 Personen angezeigt. Zum Vergleich: Im April 2019 waren es 9 Anzeigen für 167 Personen.

Kurzarbeit wird von Unternehmen aller Branchen eingesetzt, insbesondere aber von den Unternehmen, die von behördlichen Schließungen betroffen waren oder sind, also zum Beispiel dem Gastgewerbe, Friseure aber auch Handelsgeschäfte.

Agentur konzentriert sich auf Anträge

„Die Bearbeitung der nun eingehenden Anträge auf Kurzarbeitergeld hat höchste Priorität. Dafür hat die Bundesagentur für Arbeit die Zahl der Mitarbeiter in dem für Kurzarbeitergeld zuständigen Bereich bundesweit erheblich aufgestockt“, so Kaschte.

Um eine zügige Bearbeitung sicherzustellen, müssen Betriebe die Kurzarbeit rechtzeitig anzeigen und anschließend die notwendigen Anträge auf Auszahlung des Kurzarbeitergeldes und Abrechnungslisten Kurzarbeit einreichen. Alle aktuellen Informationen und Dokumente zur Kurzarbeit stehen für Unternehmen unter im Internet zur Verfügung.

Matthias Kaschte bezeichnet dabei die Kurzarbeit als das Mittel der Wahl für die aktuelle Situation. „Es geht dabei um das psychologische Signal für die Mitarbeiter, dass sie weiter zum Unternehmen gehören und dass sie nach der Krise wieder gebraucht werden“, sagt er. Für die Unternehmen sei dies ein wirksames Instrument, die Mitarbeiter zu binden und nicht nach dem Ende der Krise aufwendig in Personalsuche- und Einstellunsgverfahren einzusteigen.

Bei der Meldung der Kurzarbeiter geht es zunächst allein um die Anzeige bei der Agentur für Arbeit. Aussagen darüber, wie viele der Menschen tatsächlich Kurzarbeit bezogen haben, sind erst nach drei Monaten möglich – dann müssen die Unternehmen abrechnen, wie für wie viele Mitarbeiter dieses Instrument wirklich genutzt worden ist.