Magdeburg l Die Auswirkung des Corona-Virus hat erhebliche wirtschaftliche Folgen für die Unternehmen in Magdeburg. Wichtige Aufgabe ist es, die Unternehmen zu erhalten und bestehende Arbeitsplätze zu sichern. Es existieren bereits Instrumentarien an öffentlichen Finanzierungshilfen, um gegebenenfalls Liquiditätsengpässe bei Unternehmen zu überbrücken – darauf macht der Magdeburger Wirtschaftsbeigeordnete Rainer Nitsche aufmerksam. Die Möglichkeit, Kurzarbeitergeld zu beantragen, sei ein weiteres bedeutendes Instrument, um Arbeitsplätze in der aktuellen Krisensituation zu sichern.

„Es ist davon auszugehen, dass zukünftig noch weitere Maßnahmen aufgelegt werden, die die Folgen der Corona-Krise abmildern werden“, so Rainer Nitsche. Im Gespräch mit der Volksstimme sagte er, dass jetzt auch noch ausgelotet werde, wie steuerliche Erleichterungen geschaffen werden können und in welcher Form Darlehen gegeben werden können.

Mehrere Bereiche betroffen

Bei einer Vielzahl von Angeboten seitens der Kammern, des Landes und des Bundes hätten sich in den vergangenen Tagen auch bei der Stadt bereits eine Reihe von Firmen gemeldet. Ein Unternehmen aus dem Bereich des Messebaus sei eines der ersten gewesen, das wegen der Veranstaltungsstreichungen Kurzarbeitergeld beantragt hatte. Unter dem Ausbleiben von Gästen leiden auch Gastronomie und Hotellerie vor allem. Nitsche: „Man muss sich nur vor Augen führen, dass nach dem chinesischen Neujahrsfest in erheblichen Größenordnungen jedes Jahr zahlreiche Besucher im Bereich der Wirtschaft und Tagungsteilnehmer nach Magdeburg gekommen waren – das gab es in diesem Jahr bei uns nicht. Auch im Einzelhandel ist die Corona-Krise spürbar.

Darüber hinaus steht den Unternehmen das Wirtschaftsdezernat der Landeshauptstadt für Fragen unter der Telefonnummer 0391/540 26 66 zur Verfügung.

Auch die Kammern wollen helfen. Auf ihrer Internetseiten (siehe Infokasten) haben sie deshalb die wichtigsten Fragen und Antworten zusammengestellt, von A wie Arbeitsrecht bis Z wie Zahlungsschwierigkeiten. „Wir unterstützen unsere Mitgliedsbetriebe, indem wir sie informieren und ihnen den Weg zu weiteren Ansprechpartnern weisen“, erklärt dazu Burghard Grupe, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Magdeburg.

Gewerkschaft fordert Hilfe für Familien

Angesichts der Schließungen von Schulen und Kindertagesstätten wegen der Ausbreitung des Coronavirus befürchtet die IG Metall in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt gravierende Nachteile für Eltern. „Wir brauchen jetzt pragmatische Home-Office-Lösungen der Unternehmen. Dort, wo das nicht möglich ist, etwa in der Produktion, sollen die Firmen unbürokratische Möglichkeiten für Eltern schaffen, damit sie ohne Einkommensverluste ihre Kinder betreuen können“, fordert die IG Metall in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.

Tipps von den Behörden

Tipps von Arbeitsagentur und Jobcenter, Land und Bund und den Kammern:

  • Die Jobcenter und Arbeitsagenturen sind weiter für die Kunden da. Sie setzen aber verstärkt auf Telefon- und Online-Kontakte. Die persönlichen Kontakte werden reduziert.
  • Um in der aktuellen Lage die wichtigsten Dienstleistungen erbringen zu können, konzentrieren sich die Agenturen und als gemeinsame Einrichtung betriebenen Jobcenter auf die Bearbeitung und Bewilligung von Geldleistungen.

Persönliche Vorsprachen:

  • Die Möglichkeit zum persönlichen Kontakt in den Dienststellen bleibt für Notfälle bestehen. Eine Arbeitslosmeldung könne auch telefonisch erfolgen, so die Arbeitsagentur. Ein Antrag auf Grundsicherung kann formlos in den Hausbriefkasten der Dienststelle eingeworfen werden.
  • Alle persönlichen Gesprächstermine entfallen ohne Rechtsfolgen. Termine müssen weder persönlich noch auf einem anderen Weg abgesagt werden. Anträge können formlos per E-Mail oder E-Services unter www.arbeitsagentur.de/eServices gestellt oder in den Hausbriefkasten eingeworfen werden.
  • Die persönliche Vorsprache bei Arbeitslosmeldung in den Arbeitsagenturen entfällt vorläufig. Die Meldung erfolgt telefonisch. Auf der Homepage gibt es auch Anträge auf Arbeitslosengeld I unter www.arbeitsagentur.de/eservices und Weiterbewilligungsanträge für die Grundsicherung unter www.arbeitsagentur.de/arbeitslos-arbeit-finden/arbeitslosengeld-2
  • Telefonische Erreichbarkeit: Da die Agenturen und Jobcenter die telefonischen Kapazitäten aufgrund des erwarteten sehr hohen Anrufaufkommens auch technisch verstärken müssen und dies einige Tage in Anspruch nehmen wird, könne die Erreichbarkeit vereinzelt eingeschränkt sein, heißt es aus der Agentur für Arbeit.
  • Keine finanziellen Nachteile, die Leistungsgewährung wird sichergestellt: Wenn jetzt Termine entfallen oder der persönliche Kontakt nicht möglich ist, sollen für die Kunden keine finanziellen Nachteile entstehen. Dies gelte auch für die Auszahlung von Kindergeld und Kinderzuschlag, heißt es in einer Veröffentlichung.
  • Kurzarbeitergeld kann bei der Bundesagentur für Arbeit beantragt werden. Infos dazu gibt es unter www.arbeitsagentur.de/news/kurzarbeit-wegen-corona-virus.
  • Bund und Land: Informationen zur Hilfe bei der Corona-Krise gibt es auch beim Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung Sachsen-Anhalt unter mw.sachsen-anhalt.de/media/coronavirus, bei der Investitionsbank Sachsen-Anhalt unter www.ib-sachsen-anhalt.de/coronavirus-informationen-fuer-unternehmen, bei der Bürgschaftsbank Sachsen-Anhalt/Mittelständische Beteiligungsgesellschaft unter www.bb-mbg.de und beim Bundeswirtschaftsministerium: unter www.bmwi.de
  • Die Kammern helfen ihren
    Mitgliedsunternehmen. Informationen dazu gibt es bei der Industrie- und Handelskammer in Magdeburg unter www.magdeburg.ihk.de sowie bei der Handwerkskammer Magdeburg unter www.hwk-magdeburg.de im Internet. 

Live-ticker zum Thema Corona

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