Magdeburg l Nun also doch: Nachdem bereits die Landesregierung im Juni das Landeserntedankfest 2020 abgesagt hat, fallen weitere in diesem Herbst geplante Messen in Magdeburg der Corona-Pandemie zum Opfer. Betroffen sind die Messen Perspektiven, Magdeboot, Herbstgeflüster,  Haus&Hof sowie Aktiv und Gesund. Hintergrund der Absagen sind die aktuell geltenden Corona-Verordnungen für Messen sowie die weiter unklare Entwicklung bis zum Herbst, sagte Steffen Schüller, Geschäftsführer der Messe- und Veranstaltungsgesellschaft (MVGM), auf Nachfrage der Volksstimme.

Nach Rücksprache mit Veranstaltern und Ausstellern sowie rechtlicher Betrachtung der derzeit gültigen Landesverordnung habe man sich "schweren Herzens" für die Absagen entschieden. Mit den derzeitigen Vorgaben seien die Messen nicht umsetzbar, so Steffen Schüller. Bereits mit der Absage des Landeserntedankfestes standen die drei Messen Haus&Hof, Herbstgeflüster sowie Aktiv und Gesund auf der Kippe, da sie ebenso am 19. und 20. September 2020 geplant waren und traditionell im Rahmen des Landeserntedankfestes stattfinden.

Mit der Bildungsmesse Perspektiven (geplant am 9. und 10. Oktober 2020) sowie der Magdeboot, der Messe rund ums Boot und Wassersporttrends (geplant zunächst im März, dann verschoben auf 16. bis 18. Oktober 2020), trifft es nun auch zwei Messen, die die MVGM selbst organisiert. Auch sie finden in diesem Jahr nicht mehr statt, sollen im kommenden Jahr allerdings wieder aufleben. Von der Streichung noch nicht betroffen sind aktuell lediglich die Magdeburger Meeresangeltage und Raubfischtage. Diese Messe ist vom 7. bis 8. November 2020 geplant. Hier hoffen MVGM und Veranstalter, dass bis dahin die Vorgaben für Messen nicht mehr so streng sind und die Messe stattfinden kann.

Die Corona-Pandemie hat Sachsen-Anhalts größte Veranstaltungsgesellschaft bereits hart getroffen. Zahlreiche Konzerte und Veranstaltungen mussten in den zurückliegenden Monaten bereits abgesagt oder ins nächste Jahr verschoben werden. Verluste durch ausbleibende Mieteinnahmen oder abgesagte eigene Veranstaltungen und Messen zwangen die städtische Gesellschaft zu harten Sparmaßnahmen sowie Kurzarbeit für den Großteil der Beschäftigten. Geschäftsführer Schüller geht davon aus, dass zu den jährlichen Zuschüssen der Stadt in Höhe von mehr als zwei Millionen Euro für dieses Jahr ein Corona-bedingter zusätzlicher Zuschuss nötig wird. Für den schlimmsten Fall hatte er in der Vergangenheit von 2,3 Millionen Euro gesprochen. So viel werde es nicht sein, so Schüller. Eine genaue Zahl nannte er noch nicht, sprach aber von einem nötigen Zuschuss „in siebenstelliger Höhe".