Magdeburg l Der Weihnachtsmarkt wird im Sommer gemacht. Veranstalter professioneller Feste wie dem in Magdeburg wissen das. In diesen Tagen gehen die Planungen deshalb in die heiße Phase über. Weihnachtsmarktgeschäftsführer Paul-Gerhard Stieger bestätigt: „Derzeit treffen bei uns die unterschriebenen Verträge der Schausteller und Händler ein. Bisher ist dabei kein Unterschied zu den Vorjahren festzustellen.“

Und doch ist 2020 natürlich etwas anders: Die im Moment abklingende Corona-Pandemie bereitet auch den Magdeburger Weihnachtsmarkt-Machern Sorgen. Sie kann jederzeit überraschend zurückkehren – oder auch nicht. Wie aber will man sich darauf vorbereiten, wenn man nicht genau weiß, auf was genau?

Weihnachtsmarkt soll stattfinden

Paul-Gerhard Stieger ist sich mit den Gesellschaftern des Weihnachtsmarktes (Stadt, Stadtmarketingverein, beide Schaustellervereine) einig: In Magdeburg soll es auf jeden Fall einen Budenzauber geben. „Da wir aber nicht wissen, wie sich die Lage kurz vor der Eröffnung darstellen wird, gehen wir erst mal von einem normalen Weihnachtsmarktgeschehen aus und planen auch so.“ Mit Sonderformen und bestimmten Regeln könne man sich erst auseinandersetzen, wenn die Auflagen bekannt sind, so Stieger.

Gebannt blickt man zunächst auf den 9. Juni. An diesem Tag soll es bundesweit eine Verständigung über die weitere Vorgehensweise zu Großveranstaltungen geben. „Wir hoffen, daraus etwas ableiten zu können“, so Stieger.

Lichterwelt wird aufgebaut

Zwei Planungen sind aber schon fest verankert. Die Lichterwelt werde aufgebaut. Die Premiere im vergangenen Jahr hatte sich zu einem Volltreffer entwickelt und Zehntausende Magdeburger und Gäste angezogen. Das Konzept für 2020 soll bis auf Kleinigkeiten unverändert bleiben. „Wir werden auf dem Domplatz die Installationen auseinanderziehen, um ihnen mehr Raum und Wirkung zu geben“, kündigt Stieger an. Außerdem würden einige Kabel besser verlegt.

Noch wichtiger ist, dass Lösungen gefunden werden, sollte der Markt tatsächlich abgesagt werden. Mit den Händlern habe man dafür schon einen Notfallplan besprochen. So sollen vorab bezahlte Standgebühren in das nächste Jahr geschoben oder - wenn noch möglich - gar nicht erst erhoben werden. Je nachdem eben, wann Auflagen bekannt werden.

Ausfall wäre für alle eine Katastrophe

Ein Ausfall des Marktes wäre für alle Beteiligten eine Katastrophe. Die Weihnachtsmarkt GmbH - zuletzt schrieb sie schwarze Zahlen - stünde dann finanziell auf wackligen Füßen ohne Einnahmen. Alle Gesellschafter seien sich dieser Gefahr bewusst und wollen zur Gesellschaft halten, so Stieger.

Noch härter würde es wohl die Schausteller treffen - übrigens selbst Gesellschafter des Weihnachtsmarktes. Sie sind seit Anfang März praktisch ohne Einnahmen und werden es wohl pandemiebedingt auch noch ein paar Wochen bleiben müssen. Kommt das Herbstgeschäft auf Jahrmärkten und Oktoberfesten in der Region nicht zustande und fällt auch noch der Weihnachtsmarkt als Umsatzquelle aus, sind spätestens dann Existenzen bei den Schaustellern vakant.

Die Chefs beider Magdeburger Schaustellerverein Olaf Haase (25 Schaustellere) und Karl Welte (64 Betriebe) sagen übereinstimmend: Der Weihnachtsmarkt sei schon in normalen Zeiten der wichtigste Markt des Jahres. In diesem Jahr sei er für die Schausteller noch bedeutender.

Weihnachtsmarkt einen Tag früher schließen

Die Weihnachtsmarkt-Macher setzen alles daran, den Markt stattfinden zu lassen. Wenn das klappt, gibt es in diesem Jahr - auch coronabedingt - keine entscheidenden Veränderungen. Der Markt öffnet am Montag nach Totensonntag (23. November) und schließt am 29. Dezember. Das ist einen Tag früher. Der Abbau soll einen Tag später ermöglicht werden. Das Durcheinander am letzten Öffnungstag wie bisher soll damit verhindert werden.