Schönebeck/Staßfurt l Zurzeit sollen vor allem Menschen über 80 Jahren eine Impfung erhalten. Doch wer nicht gerade in einem Pflegeheim lebt, hat in betagtem Alter oft erhebliche Probleme, den Weg zum Staßfurter Impfzentrum zurückzulegen. Gerade diesen Gruppen soll künftig besser geholfen werden.

Impfungen gegen das Coronavirus heimatnah - an diesem selbst gesteckten Ziel arbeitet die Kreisverwaltung seit Beginn der Impfkampagne Ende Dezember. Das teilte Kreispressesprecher Marko Jeschor mit. Landrat Markus Bauer habe sich dafür mittlerweile gemeinsam mit den Bürgermeistern aller Kommunen auf einen konkreten Weg verständigt. Demnach soll bis Ende März in jeder Einheits- und Verbandsgemeinde im Salzlandkreis eine Impfstation entstehen. Daran wird in Schönebeck nach Angaben der Stadtverwaltung bereits gearbeitet.

Möglichkeit in Schönebeck gesucht

In welchen Orten die Impfstationen etabliert werden, entscheidet die jeweilige Stadtverwaltung in Abstimmung mit dem Salzlandkreis. Der zuständige Fachbereichsleiter Thomas Michling erklärt dazu, die Räume müssen bestimmte Kriterien erfüllen. Dazu gehört Barrierefreiheit ebenso wie getrennte Räume für die Anmeldung, das Arztgespräch, die Impfung sowie Wartebereiche. In Staßfurt entsteht aufgrund des bereits vorhandenen Impf- und Logistikzentrums keine weitere Impfstation.Möglichkeiten in Schönebeck gesucht„Es gibt Bestrebungen, nicht nur in Staßfurt, sondern auch in den Mittelzentren und den Einheit-/Verbandsgemeinden Impfstationen einzurichten“, bestätigt Schönebecks Pressesprecher Frank Nahrstedt auf Volksstimme-Nachfrage. „Des Weiteren begrüßen wir, dass der Salzlandkreis einige Impf-termine für das Zentrum in Staßfurt nun selbst vergeben möchte, um Impfberechtigte, die zu Hause leben und anderweitig keinen Zugang zu Terminen über die zentralen Stellen erhalten, zu unterstützen.“

Mit breiterem Impfstoffangebot, so Nahrstedt bestünde die Möglichkeit, in Schönebeck eine Impfstation zu errichten. Dazu fanden Gespräche zwischen der Stadt und Dr. Robin John statt, der diese eventuell in seinen Räumlichkeiten etablieren könnte.

Mediziner drückt auf Euphoriebremse

John drückt aber zunächst auf die Euphoriebremse: „Das ist noch alles sehr unkonkret.“ Er sei zwar grundsätzlich bereit, neben der Fieberambulanz auch ein Impfzentrum in der Elbestadt zu etablieren, doch im Moment seien die Pläne noch vage. „Wir wissen noch nicht, wie wir das organisieren wollen“, so John. Es stünden verschiedene Modelle zur Diskussion. Der Schönebecker Mediziner hofft darauf, dass sich spätestens im März einige Fragen klären. Verwaltung sind Probleme bekanntÜber die Problematiken, die bisher auftreten, ist man sich auch in der Kreisverwaltung bewusst. „Bisher decken die gelieferten Impfdosen nicht annähernd den Bedarf der Anspruchsberechtigten nach der Coronavirus-Impfverordnung der Bundesregierung“, so Jeschor. Die rechnet jedoch damit, dass ab April deutlich mehr Impfstoff verschiedener Hersteller zur Verfügung steht.

Der bisher zur Verfügung stehende Impfstoff muss bei extrem niedrigen Temperaturen in einem besonderen Kühlschrank aufbewahrt werden. Zudem arbeitet der Salzlandkreis im Rahmen der bundesweiten Impfkampagne mit den Hilfsorganisationen sowie der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt zusammen. Die Koordinierung der Impfkampagne mit allen Beteiligten bedeute einen extrem hohen Aufwand für die Kreisverwaltung – neben dem sonst anfallenden Aufgaben, die üblicherweise in der Verwaltung im Beefburger Kreishaus anfallen. Kurzum: eine enorme Belastung für die Mitarbeiter in der Verwaltung.

Landrat will entgegenkommen

„Unser erklärtes Ziel war bereits im Dezember: Wir wollen Hürden bei den Impfungen abbauen, insbesondere für unsere älteren Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen. Dafür wollen wir uns breit aufstellen und gemeinsam mit unseren Städten und Gemeinden sowie die niedergelassenen Hausund Fachärzten die Voraussetzungen schaffen“, erklärt Landrat Markus Bauer. Er zeigt sich froh über die mittlerweile breite Zustimmung für diesen Weg.Landrat will Bürgern entgegen kommenDer Landrat betont, man wolle den Bürgerinnen und Bürgern des Kreises in einer flächenmäßig großen Region möglichst entgegenkommen. Eine Impfstation in jedem Ortsteil sei aufgrund der logistischen Prozesse und Kapazitäten jedoch nicht möglich. Die Impfstrategie des Salzlandkreises besteht im Wesentlichen aus drei Elementen: das Impf- und Logistikzentrum, künftige Impfungen vor Ort und die mobilen Pflegeteams, die noch voraussichtlich bis Mitte März arbeiten sollen.