Magdeburg l Jährlich startet das Unternehmen Coca-Cola zur Weihnachtszeit eine Werbetour. 2017 machen die Weihnachtstrucks auch wieder in Magdeburg Station. Nicht alle aber freuen sich über die Aktion.

Vertreter der Organisation "Foodwatch" protestierten vor Ort dagegen. Sie forderten Coca-Cola auf, seine Weihnachtstruck-Tour zu stoppen und keine Werbung mehr an Kinder zu richten.

Protest gegen Coca Cola in Magdeburg

Die drei Aktivisten trugen Transparente mit dem Slogan "Diabetes-Trucks stoppen! Coca-Cola macht unsere Kinder krank!". Außerdem wollten sie versuchen, sich den geschmückten Coca-Cola-Lastwagen in den Weg zu stellen, um zu verhindern, dass diese überhaupt den Parkplatz an der Johanniskirche in Magdeburg erreichten. Das allerdings missglückte, weil die Trucks bereits vor dem Foodwatch-Team in Magdeburg ankamen. 

Foodwatch kritisiert: "Der Konzern zielt mit seiner Weihnachtstour durch verschiedene Städte Deutschlands explizit auch auf Kinder, etwa wenn diese sich gemeinsam mit dem Coke-Weihnachtsmann fotografieren lassen können." Stark zuckerhaltige Getränke würden nachweislich die Entstehung von Übergewicht und Typ-2-Diabetes fördern, erklärt Foodwatch. Weiter: "Nach Einschätzung von Experten, wie etwa der Weltgesundheitsorganisation WHO oder des Deutschen Kinderärzte-Verbands, sollte es für solche Produkte keine Kinder-Werbung geben."

Magdeburger reagieren mit Gelächter

Besucher der Veranstaltung reagierten teils mit Gelächter. Mehrere Mütter erklärten gegenüber der Volksstimme, ihre Kinder würden ohnehin keine Cola bekommen. Jeder wisse, dass darin sehr viel Zucker enthalten ist.

Pressesprecherin Sarah Helm von Coca-Cola-Deutschland erklärte: "Es werden keine zuckerhaltigen Produkte an Kinder verteilt." Besucher können sich neben den klassischen Coca-Cola-Produkten unter anderem auch mit Apfelschorle, Mineralwasser und zuckerreduzierten Getränken erfrischen.

Keine Werbung an Kinder richten

Ein Drittel aller Produkte von Coca-Cola seien zuckerfrei oder zuckerreduziert. Außerdem würde der Konzern darauf acht, Werbemaßnahmen nicht an Kinder unter zwölf Jahren zu richten.

Die Food-Watch-Aktivisten waren mit ihrer Aktion zufrieden. "Da Coca-Cola relativ schnell reagiert hat und uns vom Gelände verweisen wollte, haben wir gemerkt, dass wir einen wunden Punkt getroffen haben", sagte Dario Sarmadi. Es werde nicht das letzte Mal sein, dass Coca-Cola von Foodwatch gehört hat, kündigte er an.