Internationales Projekt an historischer Stätte am Elbufer begeistert Schüler aus Courbevoie und Barleben

Deutsch-französische Lektion im Guericke-Zentrum

Museumsbesuch der besonderen Art: 25 Schüler aus dem französischen Courbevoie nahe Paris lernten in der Lukasklause nicht nur Interessantes aus Leben und Werk Otto von Guerickes kennen.

Altstadt (rr) l Die Jungen und Mädchen des Sainte-Genevieve-Gymnasiums (9. Klasse) nutzten ihren Aufenthalt als Austauschschüler am Internationalen Gymnasium Pierre Trudeau in Barleben, um sich sogar als Museumsführer zu beweisen. Nach einem Tag Vorbereitung starteten die Gäste ihre Führungen durch das Guericke-Museum, kommentierten in deutscher Sprache Schaustücke und Vakuum-Experimente. Dieselbe Aufgabe hatten 25 Schüler des Barleber Gymnasiums in einem zweiten Durchgang zu bewältigen - natürlich in französischer Sprache. Ziel: Auf originelle und nachhaltige Weise die Sprache des jeweiligen Landes erlernen, sagten Referendar Andrej Wölfer und seine Kollegin Anna Delacroix aus Barleben. Das Otto-von-Guericke-Zentrum unterstütze gern diese Aktivitäten, so Dr. Adolf Armbrüster, Leiter des Schülerprojektlabors Guerickianum, das in den Räumen des 2010 eröffneten Anbaus der Lukasklause etabliert ist. Dort und im Museum nebenan fanden die Gymnasiasten mit den Dokumenten und den Exponaten einzigartige Voraussetzungen. Mitarbeiter leisteten Hilfe beim Galgenversuch, beim Demonstrieren der Vakuumpumpen, bei der Erläuterung des zehn Meter hohen Wasserbarometers und der Elektrisiermaschine. Auf dem Freigelände war Tauziehen an den luftleeren Halbkugeln angesagt. Neben der Beschäftigung mit der Sprache werde viel Wissenswertes haften bleiben, sagt Thomas Bonin (14) aus Courbevoie. Er kannte bereits aus Büchern Guerickes berühmtes Physik-Spektakel mit Halbkugeln und 16 Pferden. Felix Koesling und Fabienne Klatt von der Barleber Schule äußerten sich ähnlich zufrieden: Das alles sei mehr als erlebnisreich gewesen - Sprache und Physik in einem, sagten sie. Auch für die mitgereiste Leiterin des französischen Gymnasiums, Martine Henniquant, sowie für ihren Deutschlehrer Laurent Latil stelle das Projekt im Guericke-Zentrum eine besondere Erfahrung dar. Vielleicht werde dies bei den späteren Austauschen Fortsetzung finden.

In Sachsen-Anhalt ist die Resonanz auf das Guerickianum erstaunlich gewachsen. Neben Magdeburger Schulen entsandten auch Einrichtungen aus Dessau, Zerbst und der Region Hamburg Jungen und Mädchen. Insgesamt kamen im Schuljahr 2011/12 rund 1000 Schüler. Guericke-Gesellschaft und Stiftung reagierten: Es wurden weitere Experimentiergeräte angeschafft, die Räume werden erweitert.