Magdeburg l Ein Schaden an der Oberleitung am Bahnhof Magdeburg-Neustadt hat am 12. Dezember 2017 zu erheblichen Behinderungen für Bahnreisende geführt. Betroffen waren vier wichtige Zuglinien, die zwischen Biederitz und Magdeburg unterwegs sind. Es kam zu Zugausfällen und Verspätungen.

Rückblick: Kurz nach 8 Uhr hat es gestern nahe dem Bahnhof Neustadt geknallt und geblitzt. Oberleitungsschaden über den Gleisen der Deutschen Bahn. An der Stelle war zu diesem Zeitpunkt ein Regionalexpress in Richtung Berlin unterwegs, der nicht mehr weiterfahren konnte.

Ein Reisender im Zug war Frank Eckert aus Berlin, der der Volksstimme sagte: „Wir haben etwas mehr als eine Dreiviertelstunde gestanden, bis wir den Zug verlassen konnten.“ Die Fahrgäste durften durch die vordere Tür aussteigen und auf den Gleisen bis zum Bahnsteig des Bahnhofs Neustadt laufen.

Sicherheit an erster Stelle

Holger Auferkamp, Leiter der Pressestelle der Deutschen Bahn in Leipzig, sagt im Gespräch mit der Volksstimme: „Wir bitten dafür um Verständnis. Reisende können den Zug im Fall von Havarien erst verlassen, wenn sicher ist, dass keine Gefährdung vorliegt.“ Das bedeutet beispielsweise, dass der Zugverkehr auf den benachbarten Gleisen unterbrochen sein muss und dass keine unter Strom stehenden Leitungen die Reisenden gefährden dürfen.

Nach der Havarie konnten bis 13.40 Uhr keine Züge zwischen dem Magdeburger Hauptbahnhof und Biederitz (Jerichower Land) fahren. Dort wurden Busse als Schienenersatzverkehr eingesetzt.

Einschränkungen auf mehreren Bahnlinien

Einschränkungen gab es auf den Zugstrecken des RE 1 zwischen Magdeburg, Berlin und Frankfurt (Oder) sowie Cottbus, auf der Regionalbahnlinie 40 zwischen Burg und Braunschweig über Magdeburg, auf der Regionalexpresslinie 13 zwischen Magdeburg und Leipzig über Zerbst und Dessau sowie auf der Regionalbahnlinie 42 zwischen Magdeburg und Dessau über Zerbst.

Seit dem Vormittag waren Arbeiter mit der Reparatur der Oberleitung beschäftigt, sagte der Bahn-Sprecher gegenüber der Volksstimme. Die Störung wurde gegen 8.30 Uhr bemerkt.

Frank Eckert hatte sich wie eine Reihe weiterer Passagiere übrigens nicht für die Fahrt mit dem Schienenersatzverkehr und für die alternative Weiterfahrt per Taxi entschieden, um den Anschlusszug zu erreichen. Knapp vier Stunden später als geplant erreichte er sein Ziel - Berlin.