Krökentor-Fall

Diabolo-Schützen sind die Eierwerfer

Spektakuläre Entwicklung im Magdeburger Krökentor-Fall: Die Schützen sollen auch die Eier-Werfer vom März dieses Jahres sein.

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Magdeburg l Erst am Dienstag hatte die Polizei drei Verdächtige im Fall um die Schüsse auf ein Altenheim am Krökentor gefasst. Nun kommt heraus: Zwei der drei Tatverdächtigen (18 und 19 Jahre) sollen im März auch Eier auf eine japanische Delegation von Architekturstudenten in Magdeburg geworfen haben. Der Fall hatte damals landesweit für Schlagzeilen gesorgt. Die Volksstimme hatte damals zuerst darüber berichtet. Aufgrund mehrerer Zeugenaussagen konnte der Halter des Fahrzeuges ermittelt werden. Der Mann hatte damals bestritten, das Auto gefahren zu haben. Einer der mutmaßlichen Krökentorschützen soll nach Informationen der Volksstimme aber sein Sohn sein. Nach derzeitigem Kenntnisstand kann die Polizei ein fremdenfeindliches Motiv für diese Tat ausschließen. Offenbar handelten die Täter - wie auch im Krökentor-Fall - aus Langeweile.

Die Polizei hatte am Dienstagabend drei Verdächtige (18, 18, 19 Jahre) gefasst. Ein Spezialeinsatzkommando (SEK) stürmte eine Wohnung in einem Studentenwohnheim in der Nähe der Seniorenresidenz und fasste den 19-Jährigen Wohnungsmieter. Zwei weitere Tatverdächtige (18 Jahre) wurden vom SEK in der Innenstadt überwältigt. Die Polizei stellte in der Wohnung eine Druckluft-Pistole (Kaliber 4,5 Millimeter) und einen Schlagring sicher.

In den vergangenen Wochen hatte es mehrere Attacken auf ein Seniorenheim in Magdeburg gegeben. Zuletzt wurde am vergangenen Sonntag auf das Altenheim gefeuert. Auch auf Lehrer einer benachbarten Berufsschule zielten die Schützen. Insgesamt hatte es zwölf Angriffe gegeben. Ein Berufsschullehrer wurde leicht verletzt. An geparkten Autos und an der Seniorenresidenz entstand Sachschaden. Die Polizei stellte mehrfach Projektile sicher und verstärkte die Überwachung des Bereiches.