Landtagswahl

Die Magdeburger im neuen Landesparlament

Ein CDU-Quartett mit Direktmandat und acht weitere Elbestädter ziehen in den neu gewählten Landtag von Sachsen-Anhalt ein.

Von Katja Tessnow
Die neue Magdeburg-"Fraktion" im Landtag ist so bunt, wie das Landesparlament selbst.
Die neue Magdeburg-"Fraktion" im Landtag ist so bunt, wie das Landesparlament selbst. Montage: Volksstimme

Magdeburg - Sieben Frauen und Männer aus Magdeburg sind künftig parallel im Stadtrat und im Landesparlament aktiv. Neben ihnen bestimmen in den kommenden fünf Jahren fünf weitere Magdeburger die Landespolitik mit.

Die Magdeburg-„Fraktion“ ist so bunt wie der neue Landtag selbst: Schwarz, Blau, Rot, Rot, Gelb und Grün. Der furiose Wahlsieg der CDU verhalf dem kompletten Kandidaten-Quartett der Christdemokraten für die vier Magdeburger Wahlkreise zum Durchmarsch und zum Einzug per Direktmandat. Justizministerin Anne-Marie Keding, CDU-Stadtchef Tobias Krull, Stadtrat Andreas Schumann und – als Landtagsneuling – der Jurist Stephen Gerhard Stehli sind die gewählten Vertreter der Magdeburger im Landtag. Stehli trotzte in Nord der AfD Direktmandat ab. Krull und Schumann zogen 2016 erstmals in den Landtag ein. Beide können auf Vorerfahrung als Kommunalpolitiker bauen und haben bis heute enge Bindung an die Stadtpolitik.

Ein Magdeburger Trio nimmt in den Reihen der AfD-Fraktion Platz. Oliver Kirchner und Hagen Kohl gehörten schon dem letzten Landtag an. AfD-Landesschatzmeister Jan Moldenhauer stößt neu hinzu. Alle drei Männer schafften 2019 auch den Sprung in den Stadtrat und arbeiten im Doppelmandat.

Rot-grüne Enttäuschung

Enttäuschung geben Falko Grube (SPD) und Olaf Meister (Grüne) zu Protokoll. „Ich hätte Madeleine und Antje den Einzug sehr gewünscht. Wir drei als Magdeburger Team im Landtag. Das wäre es gewesen“, sagt Olaf Meister, der als einziger aus der Magdeburger Kandidatenriege den Einzug schaffte. Mit Madeleine Linke hatte sich Meisters Co-Vorsitzende der Stadtratsfraktion und mit Ex-Schwimmstar Antje Buschschulte eine Frau mit Prominentenbonus Chancen auf ein Mandat ausgerechnet – vergeblich. Zwar hat auch Meisters Landtagsfraktionskollegin Dorothea Frederking ihren Wohnsitz in Magdeburg, allerdings ihren Wahlkreis in der Altmark.

Falko Grube, SPD-Stadtvorsitzender, Vizechef der SPD-Stadtratsfraktion und seit 2016 parallel im Landtag aktiv, sagt: „Ich war am Wahlabend schon froh, dass ich überhaupt den Wiedereinzug geschafft habe, aber nach feiern war mir nicht zumute.“ In den Reihen der SPD-Fraktion im Landtag nimmt Grube nun als einziges Magdeburger Kind Platz. „Ich hätte Manuela Lück den Einzug sehr gegönnt“, sagt er über seine Magdeburger Mitkandidatin, „aber mit Listenplatz 15 waren wir davon weit entfernt.“ Das magere SPD-Wahlergebnis reicht nur für neun Abgeordnete. Für Grube reichte Platz acht auf der SPD-Landesliste gerade so.

Linkes Damenduo und liberales Comeback

Ein Magdeburger Frauen-Duo sitzt für Die Linke im neuen Landtag – für Spitzenkandidatin Eva von Angern war der Einzug ausgemachte Sache, wenngleich sich die Juristin sogar zur Ministerpräsidentin einer rot-rot-grünen Landesregierung befähigt gesehen hätte. Das Ziel ist weit verfehlt. Als Landtagsneuling zieht die Magdeburgerin Nicole Anger, Referentin für Bildung und Jugendhilfe beim Paritätischen, ins Parlament ein.

Nach zehn Jahren wählergewollter Pause kehrt Lydia Hüskens in den Landtag zurück, dem sie von 2002 bis 2011 als liberale Frontfrau angehörte. Die FDP-Kreis- und Vizelandeschefin eroberte 2019 ein Stadtratsmandat, das sie neben der Arbeit als Geschäftsführerin des Studentenwerks Halle im Ehrenamt füllte. Über den Wiedereinzug in den Landtag ist Hüskens glücklich. Die Zwangspause vom politischen Hauptamt habe sie einiges gelehrt in Sachen bürokratischer Hürden und Fördermängel im Lande. Diese Lebenserfahrung nehme sie mit ins Parlament.