Magdeburg l Allerlei originelle Ideen haben die Macher des neuen Dommuseums Ottonianum Magdeburg für ihren Museumsshop entwickelt. Geschenkpapier mit Käfermotiven aus dem Edithasarg beispielsweise. Oder Silbermünzen und Schmuck. Oder das O mit einem Ausrufezeichen als Symbol für das Museum auf verschiedenen Objekten.

Mittendrin im Angebot gibt es jetzt den neuen Kalender des Fördervereins Dommuseum Magdeburg. Dieser wird hier, wie am Kartentisch im Magdeburger Dom, gegen Spenden abgegeben. Der Verein rechnet mit rund 10 Euro pro Stück.

Spenden kommen Magdeburger Museum zugute

Das Geld fließt in Projekte, die dem Museum zugute kommen. Derzeit unterstützt der Förderverein die Instandsetzung eines wertvollen Seidentuchs. Es wurde im Sarg von Königin Editha gefunden. Experten schätzen es auf das 12. Jahrhundert. Arabische Schriftzeichen lassen erkennen, dass es sich um einen Luxusgegenstand aus fernen Ländern gehandelt hat.

Thomas Nawrath ist Vorsitzender des Fördervereins und sagt: „In diesem Jahr zeigen wir eine Reihe von Motiven aus dem Magdeburger Dom.“ Den aktuellen Aufnahmen werden historische Motive gegenübergestellt. „An einigen Stellen kann man gut erkennen, wie sehr sich der Dom in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat – und an anderen möchte man meinen, dass die alten Aufnahmen erst ein paar Tage alt sind.“

Erkenntnisse über Magdeburger Dom

Neben der Unterstützung für das Magdeburger Dommuseum mahnt der Verein auch eine weitere wissenschaftliche Erforschung der archäologischen Funde an. Zu den Vorstandmitgliedern der Domförderer gehört auch Rainer Kuhn, der die letzten Ausgrabungen im Magdeburger Dom geleitet hatte. Neben dem Sarg von Königin Editha war eine Vielzahl weiterer Objekte gefunden worden, die neue Erkenntnisse über die Geschichte des Magdeburger Doms und damit des unter Kaiser Otto gegründeten und im 17. Jahrhundert untergegangenen Erzbistums ermöglichen dürften.

Neben der Unterstützung der Arbeit von Museumsprojekten sieht der Förderverein auch die Ausrichtung von Tagungen und Vorträgen als Aufgabe an. Zuletzt ab es einen Tag unter dem Titel „1050 Jahre Erzstift Magdeburg – Naturwissenschaftliche und kulturgeschichtliche Forschungen“ in der Sakristei des Magdeburger Domes. Zunächst entführte Joachim Lorenz aus Karlstein/Main die Zuhörer ins ferne Ägypten und erläuterte das Entstehen, die Einzigartigkeit und die Bedeutung des kaiserlichen Porphyrs, der bekanntlich durch Otto den Großen in Form von Säulen und eines Taufbeckens auch in den Magdeburger Dom gelangte.

Ergebnisse der Grabungen vorgestellt

Im Anschluss wagte Thomas Nawrath einen Blick des Historikers auf die zahlreichen archäologischen Grabungsergebnisse der beiden letzten Jahrzehnte, insbesondere die frühen Befestigungsgräben und die ottonische Nordkirche am Domplatz.

Friederike Leibe gab anschließend einen kenntnisreichen Blick auf die Textilien aus dem Grab des 1361 verstorbenen Otto von Hessen. Dabei widmete sie ihre besondere Aufmerksamkeit der Kasel des Erzbischofs, einem bereits im 13. Jahrhundert entstandenen Messgewand.

Vieles ist noch unerforscht

Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein Ausblick vom Domarchäologen Rainer Kuhn, der auf die dringende Notwendigkeit der Grabungsauswertung hinwies: Er machte auf die zahlreichen, noch weitgehend unerforschten europäischen Bezüge und Vergleiche in den Magdeburger Baubefund und bei den Fundstücken aufmerksam.

Nach dem ersten Monat seit Eröffnung des Museums hatten Anfang Dezember mehr als 4600 Besucher das Museum am Domplatz besucht.