Magdeburg l Aktuell gibt es in der Landeshauptstadt sechs öffentlich zugängliche Ladesäulen für Elektroautos sowie eine Fahrradladestation, die die Städtischen Werke Magdeburg (SWM) in Abstimmung mit der Landeshauptstadt errichtet haben und betreiben. Noch in diesem Jahr sollen sechs weitere Ladestationen dazukommen. Voraussichtlich im November 2019 sollen die Ladestationen an Berliner Chaussee, Breitem Weg, Erzbergerstraße, Gustav-Adolf-Straße, Hegelstraße und Lübecker Straße ans Netz gehen können, wie Cornelia Kolberg, Pressesprecherin der SWM, erklärt.

In Zusammenarbeit mit der Stadt übernehmen die SWM den Aufbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge im Stadtgebiet, stellen auch die Anträge auf Förderung. Ausgewählt werden die Standorte nach einem Konzept, das die Landesregierung im vergangenen Jahr beschlossen hat, heißt es in einer Information des Beigeordneten für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr, Dieter Scheidemann, die im September dem Stadtrat vorgelegt werden soll.

Weitere Stationen in 2020 geplant

Demnach planen die Stadtverwaltung und die SWM den Aufbau weiterer Ladesäulen. So sollen auch im kommenden Jahr sechs weitere Stationen aufgebaut werden. Für drei Standorte laufen bereits die Abstimmungen. So sollen an der Hegelstraße, der Leipziger Straße und im Bereich Julius-Bremer-Straße Ladesäulen aufgestellt werden. Zu den Ladesäulen der SWM kommen in Magdeburg noch weitere Ladestationen, die jedoch durch andere Unternehmen betrieben werden, wie beispielsweise am Maritim-Hotel oder bei Ikea.

Bei aller Aufbruchstimmung in Sachen Ladeinfrastruktur in Magdeburg rechnet sich die Investition der SWM noch nicht: „Es ist festzuhalten, dass aufgrund der noch zu geringen Zahl an Ladevorgängen an den Ladesäulen ein wirtschaftlicher Betrieb des Ladesäulennetzes auf absehbare Zeit wohl noch nicht möglich sein wird“, bilanziert Beigeordneter Scheidemann in der Vorlage. SWM-Sprecherin Cornelia Kolberg kann diese Einschätzung bestätigen: „Die Nutzung ist momentan noch ziemlich verhalten. Die meisten Besitzer von Elektrofahrzeugen laden wohl ihre Fahrzeuge zu Hause.“

Verwaltung arbeitet an E-Mobilitäts-Konzept

Um die Attraktivität ihrer Ladesäulen zu erhöhen, planen die Stadtwerke die Einführung eines eigenen Tarifes für die Ladesäulen. Bislang wird pro Ladevorgang ein Pauschalbetrag gefordert, ein abgestimmter Tarif soll für die Ladesäulenkunden dann attraktiver sein. Aktuell werden pro Ladevorgang 6 Euro erhoben. Das Parken während des Ladevorgangs ist kostenlos. Benötigt wird eine App.

Neben der Nutzung der Ladesäulen ist derzeit auch die Zahl der Elektrofahrzeuge in Magdeburg noch recht überschaubar. Laut Stadtverwaltung sind aktuell 282 Fahrzeuge mit reinem Elektroantrieb gemeldet. Laut Statistischem Landesamt waren zu Jahresbeginn in der Landeshauptstadt insgesamt 127.101 Kraftfahrzeuge registriert. In ganz Sachsen-Anhalt gab es zu Jahresbeginn 860 Pkw mit Elektroantrieb – bei insgesamt 1,46 Millionen zugelassenen Fahrzeugen.

In der Stadtverwaltung Magdeburg ist man derzeit dabei, ein Elektromobilitätskonzept zu erstellen. Dieses Konzept soll „umfassende Antworten auf viele Fragen der Elektrifizierung des städtischen Verkehrs liefern“, schreibt Beigeordneter Dieter Scheidemann. Darin enthalten sein sollen unter anderem ein Standortkonzept, eine Gestaltungsrichtlinie und ein Betreiberkonzept für Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum. Mit Ergebnissen werde im Jahr 2021 gerechnet, so der Beigeordnete.