Magdeburg l Waschen, schneiden, föhnen. Am 18. November 2018 stellen sich in Magdeburg die Barber Angels (englisch für Friseur-Engel) um Friseurmeisterin Cathrin Gruhn in den Dienst derer, die sich sonst einen Friseurbesuch nicht leisten können. Obdachlosen und sozial Bedürftigen soll das Gefühl vermittelt werden, dass sie nicht alleine sind, so Gruhn.

„Es ist uns eine Herzensangelegenheit, sie für eine Zeit lang aus ihrem harten Alltag herauszuholen und ihnen das Gefühl zu geben, dass sie nicht alleine sind“, so Gruhn. Sie spricht nicht von „denen“ oder von Obdachlosen, sondern respektvoll von „Gästen“, die sie ehrenamtlich gemäß dem Vorsatz des Vereins bedient, sich mindestens drei Stunden pro Monat für Bedürftige einsetzen zu wollen.

Kleidung für Obdachlose in Magdeburg

Wobei diese Zeit für die Organisation des Einsatzes am kommenden Sonntag im Sozialkaufhaus „Help 2007“, der auf Einladung der Bahnhofsmission organisiert wird, längst nicht ausreicht. Im Keller der Friseurmeisterin und ihrem Mann Niccolo stapeln sich Kisten mit Kleidungsstücken, die ihnen zur Verfügung gestellt wurden und den Besuchern bei Bedarf für die kalte Jahreszeit mitgegeben werden können.

Außerdem gilt es, das Projekt vorzustellen. Unternehmen wie das Maritim Hotel oder Stern Auto Magdeburg sowie das Sportlernetzwerk Samforcity, der Verein Green Bike und ein Allgemeinmediziner konnten bereits als Unterstützer gewonnen werden, Sachspenden zu sammeln bzw. die Versorgung am Einsatztag zu übernehmen. Denn beim Haareschneiden und Rasieren soll es nicht bleiben. „Wir möchten die Gäste zum Verweilen animieren und ihnen eine angenehme Zeit bereiten“, so das Anliegen.

200 Friseure helfen Obdachlosen

Die Barber Angels sind seit dem Jahr 2016 in Europa aktiv. Erkennungsmerkmal sind schwarze Lederwesten. An der Gemeinschaft beteiligen sich bereits über 200 Friseure, Tendenz steigend. Bis zu 600 Besucher finden sich je nach Stadt ein.

Auch in Magdeburg gibt es einen Bedarf, wie bei zwei vorherigen Einsätzen 2018 zu sehen war. „Die Dankbarkeit ist kaum in Worte zu fassen. Das gilt auch für die Gründe, warum Menschen auf Angebote wie die der Bahnhofsmission angewiesen sind. Alkohol- und Drogensucht sind dabei oft nur ein Klischee“, sagt Familie Gruhn.

Wer sich helfend einbringen möchte oder die Möglichkeit hat, die Anliegen der Friseur-Engel mit Sachspenden (benötigt werden u. a. Decken, Schlafsäcke und Zelte) zu unterstützen, wird gebeten, sich am 18. November in der Zeit von 13 bis 16 Uhr im Sozialkaufhaus, Mittagstraße 1a, einzufinden. Kontakt gibt es auch über den Salon in der Karl-Schurz-Straße 1 sowie über die Facebook- und Internetseite der Barber Angels.