Magdeburg l „Bei uns gibt es doch nichts zu holen“, sagt Karl Dorendorf. Er ist Vorsitzender der Kleingartensparte „Reform V“ in Magdeburg, die im Bereich zwischen dem Wohngebiet an der Hermann-Hesse-Straße und dem Magdeburger Ring liegt. Die 100 Parzellen der Anlage, die komplett verpachtet sind, waren binnen weniger Tage Ziel einer Einbruchserie. Der letzte von insgesamt vier Vorfällen habe sich vor vier Tagen ereignet, so Dorendorf.

Insgesamt sei in 13 Lauben (beim ersten Mal eine, beim zweiten Mal zwei, dann sieben und zuletzt drei) eingebrochen worden – die Täter seien laut Dorendorf u. a. über den Bereich des angrenzenden Sportplatzes in den Kleingartenverein eingestiegen und hätten sich gewaltsam über den Aufbruch von Türen und Einbruch von Scheiben Zutritt zu den Lauben und Schuppen verschafft. „Türen und Schlösser sind beschädigt und wir verunsichert“, so der Vorsitzende, der mit zu den Opfern zählt.

Kleingärtner hoffen auf Polizei

Jeder der Einbrüche ist bei der Polizei angezeigt worden, auf der die Hoffnungen die Kleingärtner ruhen. Die Vielzahl der Einbrüche, die zu beklagen sind, sei ungewöhnlich, so Dorendorf: „Die Vorfälle stehen in keinem Vergleich zu den Vorjahren, wo wir im vergangenen Winter vier Einbrüche zu beklagen hatten. Davor war einige Jahre Ruhe.“

Bis Anfang November 2018 sind in der Stadt Magdeburg 280 Laubeneinbrüche gemeldet worden – im gesamten Jahr 2017 waren es 559. Mit der dunklen Jahreszeit ist regelmäßig ein sprunghafter Anstieg in den über 13.000 Gärten der über 220 Kleingartenvereine der Stadt zu verzeichnen, die Täter scheinen sich im Schutz der Dunkelheit sicher zu fühlen, nicht bemerkt zu werden und ungestört alles mitgehen lassen zu können, was sie finden.

Magdeburger Gärtner verunsichert

Gerade dies verstärkt die Wut der Betroffenen. „Man fragt sich, worin der Antrieb der Täter besteht und was sie sich mit ihrem Einbruch erhoffen. Große Wertgegenstände sind es jedenfalls nicht, die sie aus den Gärten mitnehmen können. Uns bleibt die Arbeit, die Schäden wieder zu reparieren, und die Unsicherheit“, so Dorendorf.